Kopfloser Reiter
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Der kopflose Reiter, die originale Geschichte hinter Sleepy Hollow

In knapp zwei Wochen ist endlich wieder Halloween und was wäre das Fest ohne seine berühmteste Schreckgestalt – der kopflose Reiter? Doch was war der Ursprung der Geschichten? Der Reiter kommt aus Deutschland!

 

Die meisten von euch werden den kopflosen Reiter aus dem Film “Sleepy Hollow” kennen, der für viele ein Pflichtprogramm zu Halloween ist. Doch der kopflose Reiter ist mehr als nur eine Filmfigur. Der Ursprung der Sage kommt aus Deutschland. Gibt es den Reiter wirklich und treibt er in Deutschland sein Unwesen?

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Der Film “Sleepy Hollow” basiert auf der berühmten Erzählung “Die Sage von der schläfrigen Schlucht” von dem Autor Washington Irving. In Irvings Geschichte wird der kopflose Reiter als Geist eines hessischen Kavalleristen beschrieben, dem im Kampf von einer Kanonenkugel der Kopf abgerissen wurde. Nun sucht er Nacht für Nacht auf dem ehemaligen Kampfplatz nach seinem Kopf.

 

Die Geschichten des “ursprünglichen” kopflosen Reiters stammen jedoch aus Deutschland. Er wurde vorallem in Westdeutschland und im Rheingebiet gesichtet. Doch auch in Norddeutschland wollen Menschen ihm begegnet sein. Die Erzählung von Irving spielt dagegen im Hinterland von New York. Es ist sehr wahrscheinlich, dass Irving die Sage vermutlich während einer Bildungsreise (1806 – 1809) am Rhein kennen lernte und mit in die neue Welt nahm.

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In den deutschen Sagen gibt es nicht “den” kopflosen Reiter, sondern verschiedene Reiter. Der kopflose Reiter wurde der Überlieferung nach zu nächtlicher Stunde gesichtet. In einigen Sagen ist die Rede davon, dass er wie aus dem Nichts erschien, während er in anderen Überlieferungen auf seinem Pferd aus einem Grab oder einer Gruft heraus galoppiert. Im Gegensatz zu der Erzählung von Irving, schlägt der kopflose Reiter den Menschen nicht den Kopf ab, sondern tötet sie durch bloße Berührung mit der Hand. Der Volkskundler Will-Erich Peuckert gibt eine Sage aus Norddeutschland wieder, in der ein paar Jugendliche sich plötzlich einem Leichenzug gegenübersehen. Sie erkennen sofort, dass es sich um Gespenster − oder besser: Wiedergänger − handelt, denn keiner der Menschen hat einen Kopf, und sogar die Pferde vor dem Leichenwagen sind kopflos. Einer der Knaben erhält eine heftige Ohrfeige, die ihn nach wenigen Tagen sterben lässt. Allein die Berührung des Untoten lässt den Lebenden ins Grab sinken. Dahinter steht offenbar die Überzeugung, dass der direkte Kontakt mit dem Wiedergänger zum Verlust der Lebenskraft führt. Damit ist aber auch klargestellt, dass es sich um einen in voller Körperlichkeit wiederkehrenden Untoten, einen „lebenden Leichnam“, und nicht um einen materielosen Geist gehandelt haben muss.

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Bei den kopflosen Reitern handelt es sich um Personen, die zu ihren Lebzeiten eine Sünde begangen haben, wofür sie nach ihrem Tode büßen müssen. Oft haben sie sich der nächtlichen Grenzsteinversetzung schuldig gemacht. Bei diesem Delikt versucht man, dem Nachbarn etwas Land abzutrotzen, indem man den Grenzstein einfach ein paar Meter ins Land des Nachbarn hinein versetzt. Eine Möglichkeit, warum die spätere untote Wiederkehr ohne Kopf erfolgt, könnte darin begründet sein, dass eine der möglichen Strafen für Grenzsteinversetzer darin bestand, dass diese am ursprünglichen Standort des Grenzsteines bis zum Kopf vergraben wurden. Anschließend durfte der Geschädigte so lange mit seinem Pflug über den Kopf des Übeltäters pflügen, bis dieser nur noch eine matschige Erinnerung war. Allerdings soll diese martialische Strafe nicht oft vollzogen worden sein.

 

Es gibt auch eine Version des kopflosen Reiters ohne Pferd. Der kopflose Junker genannt. Er soll zu Lebzeiten ein lüsterner und gewaltsamer Mensch gewesen sein. Eines Tages fand man eines seiner Mägde tot und geschändet auf dem Feld. Obwohl unter Verdacht, konnte man dem Junker nichts nachweisen. Aber schuldig scheint er doch gewesen zu sein. Denn seit seinem Tod muss er bis ans Ende aller Tage ohne Kopf durch die Gegend ziehen. Als hätte ihm ein unsichtbarer Scharfrichter den Kopf abgetrennt.

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Normalerweise greift der kopflose Reiter nicht an, sondern verlässt sich ganz auf sein einschüchternes Erscheinungsbild. Das heißt, im Allgemeinen begnügt er sich damit einfach zu erscheinen, sein Pferd sich aufbäumen zu lassen und etwas herumzuposen. Ab und zu fordert er den erschrockenen Betrachter auf, ihm seinen Kopf wieder zu geben. Der kopflose Reiter ist eine Warnfigur. Sein Erscheinen kündigt oft einen nahen Tod an. Meist Demjenigen, dem er erscheint. In vielen anderen Erzählungen erscheint er Menschen, die gerade eine Straftat planen, als warnendes Beispiel, um sie von ihrem Tun abzuhalten. Vor allem Personen, die sich nachts an den Grenzsteinen ihres Nachbarn zu schaffen machten.

 

Der kopflose Junker hingegen soll sehr oft übergriffig gewesen sein. Von ihm wird berichtet, dass er eines Nachts eine einsame Magd verfolgte, ihr die Hand auf die Brust legte und sagte: „Jetzt habe ich Dein Herz!“. Man fand sie am nächsten Morgen mit einem handgroßen verbrannten Fleck auf dem Oberkörper. Wenige Tage später verstarb sie.

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Laut den Sagen, können die Reiter jedoch auch erlöst werden. Oft reichte ein Gebet oder ein Gruß, in dem Gott oder Christus genannt wurde. Dann verwandelte sich der meist in schwarzer Kleidung umgehende Kopflose, zeigte sich in einem weißen Leichentuch und bedankte sich bei dem Lebenden. Doch durfte dieser keinesfalls die Hand des Wiedergängers ergreifen, sondern ihm allenfalls einen Stock hinhalten. Dieser wurde durch die Berührung des Toten morsch, was bedeutete, dass der Lebende, der den Toten berührte, trotz seiner Erlösungstat hätte sterben müssen.

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Über Lunaxia

Lunaxia
Hallo, ich bin Lunaxia Ich bin Chefredakteurin bei Horror Fakten. Im wirklichen Leben heiße ich Vanessa, bin 26 Jahre und komme aus Bayern. Seit meiner Kindheit bin ich schon Horrorfan, angefangen mit den Gänsehautbüchern und Filmen wie "the Ring". Heute interessiere ich mich sehr für Übernatürliches und die menschliche Psyche. "Ihr lacht über mich, weil ich anders bin. Ich lache über euch, weil ihr alle gleich seid"

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