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Die 10 schlimmsten psychischen Erkrankungen – der Horror im Kopf

Hattest du schon mal richtig Angst? Nein? Dann sei froh. Es gibt viele Dinge auf dieser Welt die uns Angst machen können. Mörder, Katastrophen, Kriege. Doch was ist wenn dein größter Feind du selbst bist? Viele Menschen erleben diesen Horror jeden Tag. Denn er kommt nicht von außen, er sitzt in ihnen. In ihrem Kopf.

Immer mehr Menschen leiden an psychischen Erkrankungen. Diese werden oft unterschätzt. Die Betroffenen haben oft einen so großen Leidensdruck, dass sie lieber sterben würden als sich weiter quälen zu müssen. Sie erleben ihren eigenen Horrorfilm – und das jeden Tag aufs Neue. Hier sind die 10 schlimmsten psychischen Erkrankungen:


10. Ticstörungen

Ein Tic ist die plötzliche und schnelle Bewegung einzelner Muskeln oder sogar ganzer Muskelgruppen, die keine erkennbare Funktion hat. In der Regel wiederholt sich ein Tic in unterschiedlichen Abständen. Ein wichtiger Aspekt dabei ist, dass diese Bewegungen völlig unwillkürlich ablaufen, von den Betroffenen also nicht beabsichtigt sind. Tics können individuell sehr unterschiedlich ausgeprägt sein. Das betrifft sowohl die Intensität und Häufigkeit als auch den Inhalt. So unterscheiden Mediziner motorische Tics und vokale Tics, die in einfachen oder komplexen Formen auftreten können.

  • motorische Tics

zb. Blinzeln, Stirnrunzeln, Schulterzucken, Grimassieren, Springen, sich selbst schlagen oder beißen

  • vokale Tics

zb. Räuspern, Husten, Pfeifen, Wiederholen fremder oder eigener Wörter, aussprechen von Wörtern, die keinen Zusammenhang ergeben, oft auch obszöne Wörter (Koprolalie)

Die meisten Tics sind vorübergehend und verschwinden nach einigen Wochen oder Monaten wieder. Selbst wenn die Ticstörung länger als ein Jahr andauert, muss sie nicht zwingend chronisch werden. Nach einem symptomfreien Intervall können sie aber erneut auftreten. Nur bei etwa 6% der Betroffenen bleiben die Tics dauerhaft erhalten. Mit dem Alter mildern sich die Symptome meist. Beim Tourette-Syndrom ist dagegen nur bei 20% der Fälle ein dauerhafter Rückgang der Tics zu beobachten; das Syndrom ist aber insgesamt sehr selten.

Für gewöhnlich treten Tics zum ersten Mal im Kindes- oder Jugendalter auf. Tatsächlich sind Tics bei Kindern keine Seltenheit. Man vermutet, dass im Grundschulalter ungefähr jedes zweite Kind einen vorübergehenden Tic entwickelt, meist motorischer Art. Jungen sind dabei häufiger betroffen als Mädchen, die Ursache hierfür ist noch unklar.

Betroffene können ihre Tics kurzzeitig unterdrücken, wenn sie extremste Konzentration aufbieten – dauerhaft gelingt das aber nicht. Im Schlaf treten Tics normalerweise nicht auf.

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09. Zwangsstörungen

Eine Zwangsstörung liegt vor, wenn sich einem unangenehme Gedanken und Handlungen wiederholt aufdrängen, ohne sich dagegen wehren zu können – obwohl man sie als unsinnig erkennt. Die Grenze zwischen “normalem” und krankhaftem Zwangsverhalten ist jedoch fließend.

Wer hat sich zum Beispiel nach dem Verlassen der Wohnung nicht schon einmal gefragt, ob der Herd oder das Licht ausgeschaltet ist – und ist wie unter Zwang zurückgekehrt, um den Schalter zu kontrollieren? Solche Zwänge kennt praktisch jeder. Bei einer echten Zwangsstörung beeinträchtigen die Zwangserscheinungen jedoch typischerweise den gesamten Alltag. Geben die Betroffenen dem Zwang nicht nach, empfinden sie meist eine unerträgliche Anspannung.

Zwangssymptome lassen sich in 3 Gruppen unterteilen

  • Zwangshandlungen, wie Kontrollzwang, Waschzwang, Zählzwang und zwanghaftes Nachfragen.
  • Zwangsimpulse, wie die Zwangsvorstellung, sich zu verschmutzen. krankhafte Zweifel daran, bestimmte Dinge getan oder unterlassen zu haben. Zwangsbefürchtungen um die eigene Gesundheit oder die von Angehörigen. die Zwangsvorstellung, bei einem feierlichen Anlass aufzuspringen und ordinäre Beschimpfungen von sich zu geben.
  • Zwangsimpulse wie unkontrollierte sexuelle Handlungen auszuführen oder sich selbst und andere zu verletzen.

Insgesamt sind Zwangsstörungen nicht so selten, wie man zunächst denken könnte: etwa 2-3% der Bevölkerung leiden zumindest einmal in ihrem Leben an einer Zwangsstörung, Zwänge sind damit die 5.-häufigste psychische Erkrankung.

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08. Angst- und Panikstörungen

Angststörung ist ein Sammelbegriff für, psychische Störungen, bei denen entweder eine übertriebene unspezifische Angst oder konkrete Furcht (Phobie) vor einem Objekt bzw. einer Situation besteht oder eine der Situation angemessene Angst fehlt. Auch die Panikstörung, bei der Ängste zu Panikattacken führen, zählt zu den Angststörungen.

Die bekanntesten Vertreter der Angstörungen sind:

  • Agoraphobie, Furcht vor oder Vermeidung von Menschenmengen, öffentlichen Plätzen, Reisen allein oder Reisen von Zuhause weg.
  • Soziale Phobie, Furcht vor oder Vermeidung von sozialen Situationen, bei denen die Gefahr besteht, im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen, Furcht, sich peinlich oder beschämend zu verhalten
  • spezifische Phobien, dazu zählen zb Tierphobien, Klaustrophobie, Höhenangst und Flugangst, Angst vor der Dunkelheit, Angst vor Gewitter, Angst vor Blut oder Spritzen.
  • Panikstörungen, Spontan auftretende Angstattacken, die nicht auf ein spezifisches Objekt oder eine spezifische Situation bezogen sind. Sie beginnen abrupt, erreichen innerhalb weniger Minuten einen Höhepunkt und dauern mindestens einige Minuten an.
  • Generalisierte Angsttsörung, eine diffuse Angst mit Anspannung, Besorgnis und Befürchtungen über alltägliche Ereignisse und Probleme über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten, begleitet von weiteren psychischen und körperlichen Symptomen.

Bei einer Angststörung steht das Gefühl der Angst so stark im Vordergrund, dass das alltägliche Leben in vielen Bereichen stark eingeschränkt ist. Besteht die Angststörung schon seit längerer Zeit, kommt es üblicherweise zu einem massiven Rückzug der Betroffenen aus dem Alltag. Orte und Situationen, die Angst machen, werden gemieden. Häufig ist eine soziale Isolation die Folge.

Etwa fünf von 100 Menschen leiden an behandlungsbedürftigen Angststörungen. Es ist unklar, ob Frauen häufiger betroffen sind als Männer.

Panikattacken

Wer eine Panikattacke hat, fühlt sich dem Tode nahe. Die Luft bleibt aus, das Herz schlägt bis zum Hals, stechender Schmerz verhindert jeden klaren Gedanken. Eine Panikattacke beginnt abrupt und dauert im Mittel ca. 30 Minuten, in Ausnahmefällen auch länger. Der Höhepunkt mit intensivem Angstgefühl wird dabei meist innerhalb von 5-10 Minuten erreicht, danach flaut die Attacke wieder ab

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07. Essstörungen

Mit Essstörung bezeichnet man eine Verhaltensstörung mit meist ernsthaften und langfristigen Gesundheitsschäden. Zentral ist die ständige gedankliche und emotionale Beschäftigung mit dem Thema „Essen“. Sie betrifft die Nahrungsaufnahme oder deren Verweigerung und hängt mit psychosozialen Störungen und mit der Einstellung zum eigenen Körper zusammen.

Die bekanntesten Esstörungen sind Anorexia nervosa (Magersucht). Bulimia nervosa (Ess-Brech-Sucht) und Binge Eating (Fresssucht). Außerdem zählt man auch noch das Pica-Syndrom (Essen von nicht essbaren Dingen), Orthorexia nervosa (Betroffene essen nur angeblich gesunde Lebensmittel) und Anorexia athletica (Sportsucht, tritt meist zusammen mit Magersucht auf) dazu.

Da die Formen der einzelnen Essstörungen oft ineinander übergehen und sich vermischen, sind sie schwer zu trennen.

Betroffene in Deutschland

  • Magersucht: etwa 100.000 Menschen sind betroffen. 90% der Betroffenen sind Frauen zwischen 15 und 35 Jahren. 10% sind Männer. Essstörungen bei Männern sind bisher noch wenig erforscht.
  • Ess-Brech-Sucht: etwa 600.000 Menschen sind betroffen.
  • Binge Eating: etwa 2% der Bevölkerung ist betroffen, wäre damit die häufigste Essstörung.

 

Magersucht

Das Leben und Denken magersüchtiger dreht sich nur noch um Themen wie Kalorien, Ernährung und Gewicht. Auffälligstes Merkmal der Krankheit ist deutliches Untergewicht. Oft haben die Betroffenen so eine schlechte Körperwahrnehmung, dass sie sich selbst mit Untergewicht noch „zu dick“ fühlen. Magersucht tritt vor allem in der Pubertät in Erscheinung. Psychische Ursachen, aber auch Gewohnheiten innerhalb der Familie, biologische und gesellschaftliche Einflüsse können bei der Entstehung der Essstörung eine Rolle spielen und sich gegenseitig beeinflussen. Auch können gesellschaftliche Faktoren eine sehr große Rolle spielen. Models – die Idole vieler Mädchen – wiegen heute oft deutlich weniger als der Durchschnitt gleichaltriger junger Frauen. Der Computer macht selbst schlanke Menschen auf Fotos noch dünner und langbeiniger, bevor die Bilder in Magazinen oder auf Plakatwänden erscheinen. Aktuelle Modetrends werden nicht selten an realitätsfernen Körperformen präsentiert.

Durch Werbung und Medien entsteht leicht der Eindruck, dass nur Menschen mit strengen Idealmaßen erfolgreich und attraktiv sind. Kinder und Jugendliche können über “Schlankheitskuren” allmählich in die Essstörung rutschen. Die Magersucht kann tödlich sein, schätzungsweise 10% der Erkrankten sterben. Entweder verhungern sie einfach, begehen Suizid oder sterben an Folgen der Mangelernährung, wenn dadurch Organe beschädigt wurden.

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06. Affektive Störungen

sind eine Gruppe von psychischen Störungen, die vor allem durch eine klinisch bedeutsame Veränderung der Stimmungslage gekennzeichnet sind. Der Affekt kann in Richtung Depression gedrückt oder in Richtung Manie gesteigert sein. Auch gibt es eine Mischform, die bipolare Störung. Bei dieser Störung haben die Betroffenen abwechselnd depressive und manische Phasen. Der Begriff Affekt wird im Sinne von Grundstimmung gebraucht. Ihre Veränderung kann akut, chronisch oder episodisch auftreten

Die wohl bekannteste affektive Störung ist die Depression. Die Depression ist eine der größten Volkskrankheiten, ca 5% der Bevölkerung im Alter von 18-65 Jahren in Deutschland ist derzeit an einer behandlungsbedürftigen Depression erkrankt. Größer ist die Zahl derjenigen, die irgendwann im Laufe ihres Lebens an einer Depression erkranken. Depressionen verlaufen meist in Form von Krankheitsphasen (Episoden), die Wochen bis Monate, manchmal auch Jahre anhalten können. Wenn sie unbehandelt bleiben, können die Krankheitsphasen rezidivierend sein, d.h. erneut auftreten. In manchen Fällen können sie auch einen chronischen Verlauf nehmen. Depressionen gehen wie kaum eine andere Erkrankung mit hohem Leidensdruck einher, da diese Erkrankung ins Zentrum des Wohlbefindens und der Lebensqualität zielt.

Die Hauptsymptome der Depression sind:

  • depressive Stimmung: Die Depression ist charakterisiert durch Stimmungseinengung oder bei einer schweren Depression dem „Gefühl der Gefühllosigkeit“ bzw. dem Gefühl anhaltender innerer Leere.
  • Interessensverlust, Freudlosigkeit: Verlust der Fähigkeit zu Freude oder Trauer; Verlust der affektiven Resonanz, das heißt, die Stimmung des Patienten ist durch Zuspruch nicht aufzuhellen.
  • Antriebsmangel, erhöhte Ermüdbarkeit: Ein weiteres typisches Symptom ist die Antriebshemmung. Bei einer schweren depressiven Episode können Betroffene in ihrem Antrieb so gehemmt sein, dass sie auch einfachste Tätigkeiten wie Körperpflege, Einkaufen oder Abwaschen nicht mehr verrichten können.

Außerdem können noch eine Zusatzsymptome auftreten wie:

Verminderte Konzentration und Aufmerksamkeit, vermindertes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen, Schuldgefühle und Gefühle von Minderwertigkeit, negative und pessimistische Zukunftsperspektiven, Suizidgedanken oder -handlungen, verminderter oder gesteigerter Appetit, Schlafstörungen

Schwer Betroffene empfinden oft eine völlige Sinnlosigkeit ihres Lebens . Häufig führt dieser qualvolle Zustand zu latenter oder akuter Suizidalität. Man geht davon aus, dass rund die Hälfte der Menschen, die einen Suizid begehen, an einer Depression gelitten haben. 2010 verübten in Deutschland rund 7000 Menschen mit Depression Suizid.

Die Manie ist weniger bekannt, jedoch nicht weniger gefährlich. In vielerlei Hinsicht kann man eine Manie als das „Gegenteil einer Depression“ bezeichnen. Die Manie ist die einzige psychische Störung, die viele Kranke als angenehm erleben. Die gehobene, heitere Stimmung, die unermüdliche Betriebsamkeit, der Verlust von Hemmungen, die tausend großartigen Ideen, das ins Maßlose bis zum Größenwahn anwachsende Selbstbewusstsein empfinden nicht wenige als positive Steigerung des Lebensgefühls, als willkommenen Ausbruch aus der Enge des normalen Daseins.

Manche Kranke berichten aber auch schon während der manischen Phase, dass ihr Zustand qualvoll sei, dass sie ihn selbst als unecht, persönlichkeitsfremd und voller Getriebenheit und Hetze erleben. Bei manchen Formen von Manien steht nicht die Heiterkeit im Vordergrund, sondern Gereiztheit.

Solche Kranke sind nicht in der Lage, von Anderen Abstand zu halten. Sie erleben unablässig Zusammenstöße mit anderen Menschen und die Ideenflut im Kopf führt zur Verworrenheit ihres Denkens. Schwerwiegend sind oft auch die Folgen unübersichtlicher finanzieller Unternehmungen, die aus manisch bedingten Größenideen heraus begonnen werden.

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05. Antisoziale Persönlichkeitsstörung

Die antisoziale Persönlichkeitsstörung ist dadurch gekennzeichnet, dass jemand ständig soziale Normen missachtet und seine eigenen Ziele rücksichtslos durchsetzt.

Das auffällige Verhalten lässt sich meist schon in der Kindheit und Jugend beobachten: Die Betroffenen missachten Regeln, schwänzen wiederholt die Schule, stehlen, zerstören mutwillig Dinge oder lügen ständig. Im Erwachsenenalter neigen viele zu kriminellem und gewalttätigem Verhalten, übertreten Gesetze und haben eine hohe Risikobereitschaft. Sie können mit Frustrationen schwer umgehen und neigen dann zu aggressivem und gewalttätigem Verhalten. Dabei führen in der Regel auch Strafen oder negative Erfahrungen nicht dazu, dass sie ihr Verhalten ändern.

Ein Teil der Betroffenen ist aber auch nicht kriminell, sondern sozial gut angepasst und sogar beruflich erfolgreich. Charakteristisch ist auch, dass Menschen mit antisozialer Persönlichkeitsstörung ein mangelndes Einfühlungsvermögen haben und deshalb keine Schuldgefühle oder Verantwortungsbewusstsein empfinden, wenn sie anderen Schaden zufügen. Gleichzeitig haben sie aber oft eine gute Fähigkeit, die Gefühle anderer zu erkennen und für ihre Zwecke auszunutzen – zum Beispiel, sie durch besonderen Charme zu manipulieren.

Die Hauptsymptome der antisozialen Persönlichkeitsstörung sind:

  • mangelndes Einfühlungsvermögen und Gefühlskälte gegenüber anderer
  • wiederholtes Missachten von sozialen Normen
  • schwäche soziale Bindungen zu anderen Menschen aufzubauen
  • Geringe oder keine Schuldgefühle
  • Neigung sich herauszureden oder andere zu beschuldigen
  • Reizbarkeit

Psychopathie

Die Psychopathie ist die schwerste Form der antisozialen Persönlichkeitsstörung. Psychopathie bezeichnet eine schwere Persönlichkeitsstörung, die bei den Betroffenen mit dem weitgehenden oder völligen Fehlen von Empathie, sozialer Verantwortung und Gewissen einhergeht. Psychopathen gelten als furchtlos, impulsiv, gefühlskalt und manipulativ, und waren oft schon in ihrer Kindheit wenig empfänglich für Bestrafung durch Eltern oder Lehrer. Die Psychopathie ist wenig erforscht, auch wenn Wissenschaftler ihre Aufmerksamkeit immer wieder auf Extremfälle und Straftäter gerichtet haben. Das ist insofern nicht verwunderlich, als der Anteil der Psychopathen unter Häftlingen etwa bei 20% liegt, wobei diese etwa dreimal so häufig rückfällig werden wie andere.

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04. Posttraumatische Belastungsstörung

Die Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) tritt als eine verzögerte psychische Reaktion auf ein extrem belastendes Ereignis, eine Situation außergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigen Ausmaßes auf. Die Erlebnisse (Traumata) können von längerer oder kürzerer Dauer sein, wie z.B. schwere Unfälle, Gewaltverbrechen, Naturkatastrophen oder Kriegshandlungen, wobei die Betroffenen dabei Gefühle wie Angst und Schutzlosigkeit erleben und in Ermangelung ihrer subjektiven Bewältigungsmöglichkeiten Hilflosigkeit und Kontrollverlust empfinden

Eine PTBS kann unmittelbar nach einem traumatischen Erlebnis auftreten – oder erst Wochen, Monaten oder sogar Jahre später Symptome verursachen. Die Beschwerden halten üblicherweise länger als einen Monat an und bessern sich meist nicht von selbst.

Die Hauptsymptome der PTBS sind:

  • Intrusion: Das Trauma bricht plötzlich in den Alltag ein, schlagartig ist das Erlebte wieder ganz nah. Das ist auch in Form von Flashbacks möglich.
  • Vermeidung: Opfer versuchen, Situationen, Orten oder Personen aus dem Weg zu gehen, die Erinnerungen an das traumatische Erlebnis wecken könnten.
  • Übererregung: Betroffene kommen nicht zur Ruhe. Sie befinden sich in einem dauerhaften Zustand großer Angst, Anspannung, Nervosität und Schreckhaftigkeit. Das kann zu Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen, Aggressionen, einer erhöhten Suchtneigung, Ängsten und Depressionen, aber auch zu Verspannungen und Schmerzzuständen führen und auf lange Sicht den Charakter verändern.

Was ist ein Trauma?

Die folgenden beiden Kriterien müssen erfüllt sein, damit man von einem traumatischen Ereignis spricht:

  • Reale Gefahr: Eine Person erlebt, beobachtet oder war konfrontiert mit Ereignis(sen), die tatsächlichen oder drohenden Tod, ernsthafte Verletzung oder Gefahr der körperlichen Unversehrtheit beinhaltete. Das Ereignis kann die eigene Person betroffen haben oder bei anderen Personen beobachtet werden, wie zum Beispiel als Zeuge eine schweren Verkehrsunfalles.
  • Subjektive Reaktion: Die Reaktion der Betroffenen umfasste intensive Furcht, Hilflosigkeit oder Entsetzten. Bei Kindern, die ein Trauma erleben, kann die Reaktion etwas anders sein und zum Beispiel aus einem aufgelösten, agitierten Verhalten bestehen.

Die Häufigkeit traumatischer Stressoren ist um ein Vielfaches höher als die Häufigkeit der PTBS. Während die Mehrheit der Menschen im Laufe ihres Lebens mindestens ein Trauma erleiden, erkrankt nur ein Bruchteil an einer Posttraumatischen Belastungsstörung.

Das Risiko nach einer Traumatisierung eine Posttraumatische Belastungsstörung zu entwickeln ist unter anderem abhängig von der Art des Traumas:

  • ca. 50% Prävalenz nach Vergewaltigung

  • ca. 25% Prävalenz nach anderen Gewaltverbrechen

  • ca. 50% bei Kriegs-, Vertreibungs- und Folteropfern

  • ca. 10% bei Verkehrsunfallopfern

  • ca. 10% bei schweren Organerkrankungen, (Herzinfarkt, Malignome).

In Deutschland sind ca 1,5-2% an einer PTBS erkrankt.

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03. Borderline-Persönlichkeitsstörung

ist die Bezeichnung für eine Persönlichkeitsstörung, die durch Impulsivität und Instabilität in Bezug auf zwischenmenschliche Beziehungen, Stimmung und Selbstbild gekennzeichnet ist. Bei dieser Störung sind bestimmte Vorgänge in den Bereichen Gefühle, Denken und Handeln beeinträchtigt. Dies wirkt sich durch „negative“ und teilweise paradox wirkende Verhaltensweisen in zwischenmenschlichen Beziehungen sowie gegenüber sich selbst aus.

Die meisten werden bei der Borderline-Persönlichkeitsstörung an das „Ritzen“ denken. Doch diese Erkrankung ist viel komplexer und die Betroffenen haben oft einen besonders hohen Leidensdruck.

Die Hauptsymptome von Borderline sind:

  • Starkes Bemühen, tatsächliches oder vermutetes Verlassenwerden zu vermeiden.

  • Instabile aber intensive zwischenmenschliche Beziehungen. „ich hasse dich, bitte verlass mich nicht“

  • Störung des Selbstbildes und der Selbstwahrnehmung

  • Selbstschädigendes Verhalten, zb Substanzmissbrauch, schnelles Autofahren, Geldausgeben oder Essstörungen

  • suizidale Handlungen wie Selbstmorddrohungen und Selbstverletzungen

  • Stimmungsschwankungen

  • Chronisches Gefühl von Leere

  • Schwierigkeiten Wut zu kontrollieren, wie Wutausbrüche und Verletzung Dritter

  • Paranoide Vorstellungen oder dissoziative Symptome

     

Wie schon bei der PTBS wird die Borderline-Persönlichkeitsstörung meist durch ein Trauma in der Kindheit ausgelöst. Betroffene erleben sich als Opfer ihrer eigenen heftigen Stimmungs- und Gefühlsschwankungen, was zu extremer innerlicher Anspannung führen kann, die dann als unerträglich und peinigend erlebt wird. Viele setzen selbstschädigende Verhaltensweisen ein, um diese Anspannung zu verringern. Vor allem Schmerz spüren viele während der extremen Spannungsphasen kaum oder nur sehr wenig. Selbstverletzungen, Drogeneinnahmen und hoch riskante Aktivitäten lindern die Anspannung sofort, werden dadurch jedoch rasch zu suchtartigem Problemverhalten. Menschen, die an einer Borderline-Persönlichkeitsstörung leiden, fühlen sich innerlich zerrissen, haben ein gestörtes Selbstbild und eine gestörte Körperwahrnehmung. Sie leiden unter massiven Ängsten vor dem Alleinsein und instabilen Beziehungen.

In Deutschland leiden ca. 2% der Bevölkerung an der Borderline-Persönlichkeitsstörung, das sind ca. 1,6 Millionen Menschen. Sieht man sich speziell junge Menschen an, so leiden bis zu 5% von ihnen unter der Krankheit.

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02. Dissoziative Identitätsstörung

Früher multiple Persönlichkeitsstörung. ist eine Störung der in der Wahrnehmung, Erinnerung und das Erleben der Identität betroffen sind. Sie gilt als die schwerste Form der Dissoziation. Die Patienten bilden zahlreiche unterschiedliche Persönlichkeiten, die abwechselnd die Kontrolle über ihr Verhalten übernehmen. An das Handeln der jeweils ‚anderen‘ Personen kann sich der Betroffene entweder nicht oder nur schemenhaft erinnern, oder er erlebt es als das Handeln einer fremden Person. Bei der dissoziativen Identitätsstörung tritt der Kranke zu verschiedenen Zeiten als jeweils unterschiedliche Persönlichkeit auf. Die Persönlichkeiten unterscheiden sich durch ihre Charaktermerkmale, ihre Kommunikationsmuster sowie die Bewusstseinsnähe und Verhaltensrelevanz biographischer Erinnerungen. Die Aktivierung unterschiedlicher Persönlichkeiten orientiert sich an situativen Erfordernissen.

Neben der Primärpersönlichkeit, die die Patientin der Außenwelt in der Regel zuwendet, findet man darüber hinaus, angepasst an spezifische Situationen, mindestens eine, oft aber mehrere Sekundärpersönlichkeiten. Im Schnitt mögen es 5-15 sein. Es wurden aber auch Fälle beschrieben, bei denen die Zahl der Sekundärpersönlichkeiten weit höher gewesen sein soll.

Die Hauptsymptome sind der dissoziativen Identitätsstörung sind:

  • Auftreten von zwei oder mehreren Identitäten mit unterscheidbaren und stabilen Mustern bezüglich der Wahrnehmung, des Denkens sowie des Bezugs zu sich selbst und zur Umwelt

  • Mindestens zwei dieser Persönlichkeiten bestimmen wiederholt das Verhalten der Person.

  • Der Patient kann sich nicht an wichtige persönliche Belange erinnern, ohne dass dies durch gewöhnliche Vergesslichkeit erklärbar wäre

Zu den Kernsymptomen der DIS gehört eine psychogene Gedächtnisstörung. Im Extremfall weiß eine Teilpersönlichkeit nicht, was die andere erlebt hat. Dann ist der entsprechende Gedächtnisinhalt vollständig abgespalten. Meist kommt es aber nur zu teilweisen Abspaltungen, sodass die Erinnerung daran, was man unter der Dominanz der jeweils anderen Persönlichkeit tat, bloß ausgedünnt, verblasst, entrückt oder wie nicht zu einem selbst gehörig erscheint. Über die Häufigkeit der DIS sind sich Psychiater uneinig. Sogar die Existenz der Störung überhaupt ist heftig angezweifelt worden. Es gibt nur wenige Personen, die von sich aus eine Persönlichkeitsspaltung im vollumfänglichen Sinne einer multiplen Persönlichkeit benennen oder Probleme beschreiben, die an die Existenz von Sekündärpersönlichkeiten denken lassen, von denen sie selbst nichts wissen.

Was ist eine Dissoziation?

Dissoziation ist die Fähigkeit, etwas aus dem Alltagsbewusstsein abzuspalten. In gewissem Ausmaß kennen das sehr viele Menschen, z. B. wenn jemand kurz nach einem schweren Verkehrsunfall trotz Verletzung keine Schmerzen spürt, klar denkend Hilfe organisiert und sich später vielleicht nur noch bruchstückhaft daran erinnert. Dies ist in Gefahrensituationen eine sinnvolle Reaktion des menschlichen Organismus. Bei andauernder Gefahr kann Dissoziation bei kleinen Kindern zur dauerhaften Bewältigungsstrategie werden. Ihre Persönlichkeit ist noch nicht ausgereift und daher sehr formbar. Kleine Kinder sind auf nahe Bezugspersonen angewiesen und von ihnen abhängig, selbst wenn diese das Kind vernachlässigen und/oder gewalttätig sind.

Die Aufspaltung der Persönlichkeit ermöglicht das Überleben in solch ausweglosen Lebensverhältnissen. Diese Dissoziation ist keine Entscheidung, sondern geschieht unwillkürlich und ist von den Betroffenen nicht steuerbar. Es gibt jedoch auch Täterkreise, in denen gezielt mit bestimmten Methoden dissoziative Identitätsstrukturen erzeugt werden.

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01. Schizophrenie

Schizophrenie kann eine gravierende psychische Erkrankung sein, wenn sie nicht frühzeitig erkannt und behandelt wird. Sie hat ein vielgestaltiges Erscheinungsbild und gehört zu den so genannten „endogenen Psychosen“. Als Psychosen werden Krankheitsbilder zusammengefasst, die u.a. mit Realitätsverlust, Wahnvorstellungen, Störungen des Denkens, der Sprache und der Gefühlswelt verbunden sind. Der Begriff “endogen” meint, dass die Erkrankung aus einer Vielzahl von Faktoren “von innen” heraus entsteht, ohne erkennbare körperliche Ursachen und ohne begründbaren Zusammenhang mit Erlebnissen. Schizophrene Störungen sind im allgemeinen durch grundlegende und charakteristische Störungen von Denken und Wahrnehmung sowie durch inadäquate oder verflachte Affekte gekennzeichnet. Die Bewusstseinsklarheit und intellektuellen Fähigkeiten sind in der Regel nicht beeinträchtigt, obwohl sich im Laufe der Zeit gewisse kognitive Defizite entwickeln können.

Schizophrenie wird fälschlicherweise oft mit Persönlichkeitsspaltung in Verbindung gebracht, so als ob ein an Schizophrenie Erkrankter mehrere Persönlichkeiten in sich tragen würde. Dem ist keinesfalls so. Schizophrenie hat auch nichts mit verminderter Intelligenz zu tun. Zwar mag sich ein akut Erkrankter für einen Außenstehenden scheinbar unsinnig verhalten, die schwer verstehbaren Handlungen entspringen jedoch keinem Verlust der Intelligenz, sondern sind das Produkt von Fehlwahrnehmungen und Fehlinterpretationen der Umwelt.

 

Konkrete Phasen und Symptome:

Akute Krankheitsphase:In dieser Phase findet man bei Betroffenen oft keine Einsicht für eine Erkrankung. Hier stehen sogenannte “Positiv-Symptome” im Vordergrund. Die Bezeichnung “positiv” bedeutet, dass der Betroffene Symptome zeigt, die bei einem gesunden Mensch nicht vorhanden sind.

Zu den Positiv-Symptomen zählen:

  • Wahnvorstellungen (häufig sind Vergiftungswahn oder Verfolgungswahn)
  •  Halluzinationen (häufig Stimmenhören, seltener optische Halluzinationen)
  •  Bewegungsstörungen: Wiederholen von gleichförmigen Bewegungen (z.B. Händeklatschen, hin und her laufen) oder stark verlangsamte Bewegungen; der Patient spricht nicht mehr (sogenannter Stupor).
  •  Im Extremfall nimmt der Patient eine eigenartige körperliche Stellung ein und verharrt in dieser für lange Zeit (sogenannte Katalepsie). Tritt bei einer Katalepsie zusätzlich Fieber auf ist dieser Zustand lebensbedrohlich

Chronische Krankheitsphase:

Hier treten “Negativ- oder auch Minus-Symptome” auf. “minus” bedeutet, dass etwas fehlt im Vergleich zum gesunden Menschen. Es kommt zu Einschränkungen bei bestimmten psychischen Funktionen und bei der Emotionalität.

Zu den Negativ-Symptomen zählen:

  • Sozialer Rückzug
  • Abnahme oder Verlust von Interessen z.B. an Freizeitaktivitäten, Hobbys etc.
  • Sprachmangel
  • Emotionslosigkeit
  • Vernachlässigung des Äußeren

Weitere typische Krankheitszeichen sind:

  • Ich-Störung: die eigene Persönlichkeit erscheint gespalten und unwirklich; der Betroffene fühlt sich als nicht sich selbst. Sie erleben sich selbst und ihre Umwelt als unwirklich und fremd.
  • Störungen im Denken und Sprechen: Gedanken sind zerfahren, zusammenhanglos, unlogisch, Gedanken brechen ab, Begriffe verlieren ihre Bedeutung. Häufig haben Betroffene das Gefühl, dass andere Menschen ihre Gedanken lesen oder beeinflussen können. Die Sprache kann skurril sein, z.B. werden neue Wörter erfunden, Wörter werden durcheinandergewürfelt oder der Satzbau ist zerstört.
  • Störungen des Gefühlslebens: starke Stimmungsschwankungen, wobei die Stimmungslage nicht immer der Situation entspricht (z.B. Patient erfährt etwas Trauriges und lacht dabei). Depressive Stimmungen oder Angst kommen häufig vor.
  • Verlust des Bezugs zur Wirklichkeit (Autismus): Patient zieht sich in seine eigene Welt zurück. Der Patient wird gleichgültig, wirkt wenig interessiert, freudlos und ist unfähig Nähe zu empfinden.
  • Fehlende Fähigkeit zur Abschirmung äußerer Reize was zu rascher Überforderung im Alltag führen kann.

In Deutschland sind ca 0,5 bis 1% der Menschen an Schizophrenie erkrankt.

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Über Lunaxia

Lunaxia
Hallo, ich bin Lunaxia Ich bin Chefredakteurin bei Horror Fakten. Im wirklichen Leben heiße ich Vanessa, bin 26 Jahre und komme aus Bayern. Seit meiner Kindheit bin ich schon Horrorfan, angefangen mit den Gänsehautbüchern und Filmen wie "the Ring". Heute interessiere ich mich sehr für Übernatürliches und die menschliche Psyche. "Ihr lacht über mich, weil ich anders bin. Ich lache über euch, weil ihr alle gleich seid"

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