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Der depressive, alte Mann: Die traurige Horror-Theorie von Disneys Oben

Der Pixar Film „Oben“ hat mit seiner Geschichte über den alten Mann, der sein Haus für seine verstorbene Frau an ihren Lieblingsort „überfliegen“ möchte ein rührendes Filmerlebnis geschaffen. Doch was ist, wenn hinter der rührenden Geschichte doch eine traurige Wahrheit steckt?

„Oben“ (original „Up“) ist einer der bekanntesten Filme der Pixar Animation Studios aus dem Hause Walt Disney und erschien im Jahre 2009 im Kino. Der Film erfreute sich an großer Beliebtheit sowohl bei Kindern, als auch bei Erwachsenen. Grund dafür ist vermutlich der zynische Charakter des Protagonisten Carl, welcher in einer fantasiereichen und liebevollen Geschichte verpackt wird.

Anders als bei so manch anderen Kinderfilmen ist der Protagonist kein heranwachsender Erwachsener, sondern ein 78-jähriger, alleinstehender Mann. Dieser ist geplagt vom Verlust seiner Frau und somit zieht er sich immer mehr von der Gesellschaft zurück. Einzig und allein die Erfüllung des Wunsches seiner verstorbenen Frau ist als sein Lebensziel geblieben. Ein Haus nahe der Paradise Falls, den Wasserfällen in Südamerika, war ihr gemeinsames Lebensziel gewesen und bleibt nun der alleinige Traum des Rentners Carl.

Carl, wie er in Erinnerung mit seiner Frau schwelgt
Auf dem Bild ist der Rentner Carl zu erkennen, wie er in alte Erinnerungen mit seiner verstorbenen Frau schwelgt.

Carl ist fest entschlossen diesen Traum nicht aufzugeben, doch für ein Hausbau hat er keine Kraft mehr. Also beschließt er kurzerhand sein bestehendes Haus, welches er sich mit seiner Frau zusammen aufgebaut hatte, an den gewünschten Ort zu bringen. Sein Vorhaben setzt er mithilfe tausender Luftballons durch, welche er an seinem Heim befestigt hat und ihn und sein Haus in die Lüfte tragen.

Zu Carls Überraschung allerdings ist er nicht alleine in seinem Haus. Der Pfadfinder-junge Russell war zufällig gerade am Haus, als es in die Lüfte flog und wurde somit mit davongetragen. Nun beginnt sowohl für Carl als auch für Russell ein Abenteuer. Dieses zieht sich bis zum vollendeten Ziel des Hauses an den Paradise Falls, wenn auch ohne Carl, welcher allerdings in Russell einen neuen Freund gefunden hat.

Dies ist zumindest die Kurzversion um die Geschichte von Carl mit dem fliegenden Haus. Eine rührende Geschichte mit einem schönen Ende. Gäbe es da nicht eine gewisse Theorie, welche die Geschichte nicht mehr ganz so rührend, sondern eher traurig wirken lässt.

Die Theorie besagt nämlich, dass Carl es gar nicht in Wirklichkeit geschafft hat sein Haus zu den Paradise Falls zu fliegen. Carl ist nämlich schon längst tot.

Carl soll am Anfang des Filmes, in der Nacht vor seinem Abflug, in seinem Haus gestorben sein. Sein gesamtes darauffolgendes Abenteuer ist nur der Weg in den Himmel nach seinem Tode.

Die Luftballons geleiten ihn und alles, was ihm wichtig ist und ihm zur Last fällt, beispielsweise sein Haus mit den ganzen Erinnerungen an sein vergangenes Leben und seine verstorbene Frau, quasi das, was ihn noch an die reale Welt bindet, in Richtung Himmel. Vergleichbar ist das „abheben in den Himmel“ mit manchen Aussagen von Personen, die eine Nahtoderfahrung gemacht haben. Viele beschreiben ihre Erfahrung als ein „aufsteigen“ ein „betrachten des eigenen Körpers, als würde man über ihm schweben“. Die Worte fliegen, schweben und Leichtigkeit sind hier in Zusammenhang zu bringen und beschreiben gut das, was mit Carl und seinem Haus (oder der Last der realen Welt?) passiert.

das aufsteigende Haus
Tausend von Luftballons dienen dazu, dass Haus und alles, was Carl wichtig ist, in die Lüfte zu heben.

Gegen Ende des Films ist Carl gezwungen sein Hab und Gut im Haus hinauszuwerfen, damit das Haus weiterhin fliegen kann. Hier beginn das erste „sich lösen“ von der realen Welt und der Schwere, die Carl davon hindert sich von der Welt zu lösen und von ihr zu gehen. Das Haus fliegt ohne die Last weiter und schlussendlich lässt Carl auch das Haus hinter sich. Seine Transition ist somit abgeschlossen und Carl hat den Himmel erreicht.

Doch was spielt der Junge Russell dabei für eine Rolle? Ganz einfach: er ist der Engel, der Carl dabei hilft sich von seiner Last zu lösen. Russell wird im Film als Pfadfinder dargestellt, der unbedingt seine Abzeichen sammeln möchte. Die Theorie besagt hier, dass Russell gar kein Pfadfinder sei, sondern ein Engel, dessen letzte Aufgabe es ist als „letzter Test“ einen alten Menschen ins Leben danach zu begleiten. Schafft er diese Aufgabe, so bekommt er seine Flügel und ist ein vollwertiger Engel. Mit Russells Abzeichen sind also eigentlich seine Flügel gemeint.

Letztendlich bekommt Russell auch sein letztes Abzeichen von Carl verliehen, nämlich das Ellie-Abzeichen, ein Abzeichen in Ehren von Carls Frau. Hier kommt explizit seine verstorbene Frau zur Sprache, die er nun im Himmel wiedersehen kann und womit Russell seine Aufgabe als Engel erfüllt hat und Carl erfolgreich dabei geholfen hat wieder mit seiner Frau vereint zu sein.

Das Abzeichen als Dank
Russell bekommt sein ersehntes Abzeichen,

Und was ist mit dem Ende des Filmes? Der Sequenz mit Carl und Russell, wie sie gemeinsam auf dem Bordstein sitzen? Nun, vielleicht spielt sich die Szenerie ja gar nicht auf der Erde ab, wie dargestellt? Oder aber sie tut es doch und dient nur dazu ein nicht ganz so düsteres Ende einspielen zu lassen?

So oder so, die Theorie des einsamen alten Mannes, der im Schlaf verstirbt und sich von seiner Last lösen muss um sein Leben nach dem Tod antreten zu können ist wesentlich trauriger als die Geschichte des Mannes, der mit Luftballons sein Haus über den halben Globus trug. Doch vielleicht sollten wir uns fragen, welche davon realistischer zu sein scheint?

Haus am Wasserfall
Das Haus hat es zum Schluss an die Paradise Falls geschafft. Ohne Carl, welcher vielleicht schon in einem ganz anderen Paradies ist.

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