
Frau saß 42 Jahre lang tot vor ihrem TV
Hedviga Golik wurde 1924 geboren, wuchs behütet auf und lebte alleine. Sie liebte es, an ihren freien Nachmittagen vor ihrem brandneuen Schwarz-Weiß-Fernseher zu sitzen und Tee zu trinken. Wahrscheinlich wäre sie sehr glücklich gewesen, wenn sie gewusst hätte, dass sie genau bei dieser Aktivität einen einsamen Tod finden würde.
Weniger erfreut wäre sie wohl gewesen, wenn man ihr erzählt hätte, dass man die Überreste ihres toten Körpers erst 42 Jahre später vor dem TV finden würde. Offenbar hatte die Frau keine nahen Verwandten in den USA. Ein Teil ihrer Familie lebte scheinbar in Zagreb und sie überlegte immer wieder, dort hinzuziehen. Ihre Nachbarn sahen die Dame zuletzt 1966, im Alter von 42 Jahren, als sie ihnen diese Überlegung mitteilte. Als die Frau dann spurlos verschwand, dachten die Nachbarn, sie hätte ihren Plan verwirklicht und kümmerten sich nicht weiter darum.

Es wurde, wie sich aus Akten entnehmen lässt, zwar eine Vermisstenanzeige ihrer Familie aufgegeben, diese verschwand jedoch irgendwann in den Untiefen der Bürokratie. Die Beamten, die die Wohnung 2006 aufbrachen, berichteten später, dort hätte aus ausgesehen wie 1966. Das Haus war äußerlich verwahrlost und galt als leerstehend, es hatte zwischendurch offenbar mehrfach den Besitzer gewechselt, sodass niemand in der Verwaltung von der Dame wusste. Die Zeitungen der Vortage lagen auf dem Tisch, der Fernseher flimmerte, selbst die Teetasse stand noch neben dem Knochengerüst der Dame. Außer einer Menge Staub, Spinnweben und einem ziemlich vergammelten Kühlschrankinhalt sei in der Wohnung nichts auffällig gewesen, berichteten die Beamten.
Egal wie man über diesen Vorfall denkt, Hedviga Golik muss einen sehr friedlichen Tod gehabt haben.