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3 Situationen, in der Menschen zu Kannibalen wurden um zu überleben

Kannibalismus ist eines der größten Tabus der Menschheit. Doch was ist, wenn es die einzige Wahl ist um selbst zu überleben? Diese Menschen wurden gezwungenermaßen zu Kannibalen, sonst wären sie verhungert.

In den folgenden Situationen, hatten die Menschen wohl keine andere Wahl als andere Menschen zu töten und zu essen.

Das Schicksal des Schiffsjungen Parkers

Im Jahr 1984 waren vier englische Männer in Seenot geraten, die drei erfahrenen Seefahrer Tom Dudley, Edwin Stephens und Edmund Brooks und der junge Schiffsjunge Richard Parker. Sie waren dabei, die Mignotte, eine englische Yacht, im Auftrag eines australischen Rechtsanwalts nach Sydney zu überführen. Dabei gerieten sie am 5. Juli im Südatlantik ungefähr 1400 Kilometer von Kap Hoorn entfernt in einen fürchterlichen Sturm, der die Yacht innerhalb von Minuten zum Sinken brachte. Kapitän Dudley befahl seiner Crew ins Rettungsboot zu gehen. Die Männer waren gerettet, vorerst. In der Eile war es den Seeleuten nur gelungen, zwei Dosen Rüben einzupacken. Süßwasser hatten sie keines an Bord des rund vier Meter langen Bootes. Es gelang ihnen schließlich, eine Schildkröte zu fangen, die sie untereinander aufteilten. Zusammen mit den Rüben hatten sie so bis zum 15. oder 17. Juli Nahrung. Bereits Tage zuvor hatten die Männer damit begonnen, ihren Urin zu trinken. Die drei erfahrenen Seeleute vermieden es, Meerwasser zutrinken. Der unerfahrene Analphabet Parker hingegen trank etwas von dem Meerwasser, doch das wurde ihm zum Verhängnis.

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Am 20. Juli wurde er krank und seine Kräfte begannen zu schwinden. Den älteren Männer kam das auf makabere Art gelegen. Sie spielten schon seit einigen Tagen mit den Gedanken, auszulosen wer von den anderen gegessen werden sollte. Damals war es üblich Hölzer zu ziehen. Doch die Männer konnten sich nicht dazu durchringen und so kam ihnen die Krankheit des Jungen mehr als gelegen. Dudley und Stephens beschlossen, Parker zu töten. Sie waren zum Schluss gekommen, dass für Parker keine Hoffnung mehr bestand und niemand den Jungen vermissen würde. Sie waren zudem der Überzeugung, dass sein Blut nicht mehr genießbar wäre, wenn er an seiner Krankheit sterben würde. Und so schlitzte Dudley mit Stephens’ Einverständnis Parkers Kehle durch. Dudley und Brooks langten anschliessend kräftig zu, während Stephens kaum etwas von Parker ass. Am 29. Juli schließlich rettete das deutsche Segelschiff Moctezuma die Schiffbrüchigen. Noch an Bord des Schiffes begann besonders Dudley lang und breit von ihrem Akt der Verzweiflung zu erzählen. Er und seine Freunde waren sich keiner Schuld bewusst, denn es war damals keineswegs ungewöhnlich, dass Schiffbrüchige zum Überleben ihre Kameraden assen.

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Flug 571

Am 13. Oktober 1972 stürzte die Turboprop der uruguayischen Luftwaffe Flug 571 in den Anden ab. Das Flugzeug war auf dem Weg von Montevideo/Uruguay nach Santiago de Chile als es über dem 6000m hohen Gebirge in einen schweren Schneesturm geriet. An Board der Maschine war die Rugbymannschaft des Old Christian’s Club, insgesamt 45 Passagiere, die in der chilienischen Hauptstadt ein Freundschaftsspiel haben sollten. Die Crew des Flugzeuges wollte umkehren, doch die Mannschaft bestand darauf, über die Anden zu fliegen. Daraufhin zerschellte die Maschine an einem Berghang, ein Duzend Menschen waren sofort tot. “Ich schaute auf den Boden und sah Leute, die schon tot waren”, erinnert sich ein Überlebender. “Wir wussten nicht, was von nun an geschehen würde. Wir hatten in einem komfortablen Flugzeug gesessen, waren unbekümmert, und auf einen Schlag waren wir im Schnee, in den Bergen. Du weißt nicht, wo du bist, auf welcher Höhe…du zitterst vor Kälte, viele Freunde sind tot.”

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Die Abstürzstelle lag in einem Gebiet, in der noch nie ein Mensch einen Fuß gesetzt hatte, hoch oben in den Anden. Es war wie eine leblose, eisige Hölle. Es herrschten extreme Minusgrade, bis 40 Grad unter Null. Wer verletzt war hatte keine Chance, 5 weitere Passagiere überstehen die erste Nacht nicht. Die Überlebenden begruben die Toten im Schnee. Die Menschen hofften auf schnelle Rettung, doch die chilienischen Suchflugzeuge konnten nicht hoch genug fliegen. Nach 8 Tagen wurde die Suche nach dem verschollenen Flugzeug eingestellt. Die Passagiere hörten die Meldung über den Abbruch der Rettungsaktion über ein Transistorradio. “Ich dachte, dass es den Toten besser ginge als uns”, erinnert sich ein Opfer. “Es sah so aus, als müssten wir alle eine lange Agonie in Kauf nehmen um dann doch alle zu sterben.” Die ersten Tage ernährten sich die Abgestürzten von etwas Schokolade und Wein, den sie im Gepäck hatten. Dann gingen sie über zu kleinen, genau rationierten Mengen von Zahnpasta. Schließlich trunken sie sogar ihr Rasierwasser.

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Dann mussten sie eine Entscheidung treffen. Entweder sie gehen zugrunde, oder… Im Schnee lagen die gut konservierten Leichen von zehn toten Kameraden begraben. “Zuerst muss man den Schnee und das Eis vom Körper abkratzen mit einer Glasscherbe. Es war, als ob man einen Stamm abkratzte”, erinnerte sich viel später einer der Verunglückten. “Ich dachte, es ist unglaublich, dass dies vor kurzem noch ein Freund gewesen war. Als ich ins Fleisch schnitt, tat es mir weh. Ich schnitt, und es tat mir weh. Ich musste diesen Gedanken fortjagen und mir vorstellen, dass ich ein Goldgräber bin, der Gold aus dem Berg gräbt. Ich stellte mir vor, dass ich Energie aus dem Körper gewinne.”

Um zu überleben, brechen die abgestürzten Sportler eines der größten aller Tabus der Menschheit: sie essen Menschenfleisch – das Fleisch ihrer toten Freunde. Es war kein spontaner Entschluss, sondern eine reifliche Überlegung. Sie wogen ihre Alternativen ab: “Wir kamen schließlich zu der Entscheidung, dass, wenn jemand von uns sterben würde, die anderen nicht nur die Möglichkeit, sondern sogar die Pflicht hätten, ihn zu essen.” Die Überlebenden wussten genau was sie taten, sie entnahmen den Toten gezielt die nährstoffreichsten Körperteile und Organe. Aus den Knochen lösten sie das Kalzium um es mit der Leber, die reich an Vitaminen und Proteinen ist, zu mischen. Gezielt hatten sie sich ihre Vorräte angelegt und hatten sich einen genauen Plan gemacht um zu überleben. Am 17. Tag löste sich eine Lawine und begrub das Wrack unter sich, 8 Männer wurden im Schlaf getötet – die Anderen waren verschüttet. Ganze zwei Wochen waren die Überlebenden im Wrack gefangen und mussten sich von den gerade Verstorbenen ernähren.

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Nach mehr als 60 Tagen in den Anden beschließen die restlichen Männer einen Rettungstrupp loszuschicken. Sie wussten nicht in welche Richtung sie laufen mussten, aber sie mussten es wenigstens versuchen. Die drei Stärksten der Gruppe gingen los um Hilfe zu holen. Nach drei Tagen hatten sie ihr Zwischenziel erreicht, doch die Enttäuschung war groß. Dort wo sie das Tiefland im Westen vermuteten war nichts weiter als weitere schneebedeckte Gipfel. Einer der drei musste umkehren, weil sie nicht genug Proviant dabei hatten. Die zwei anderen gingen weiter: “Roberto sagte mir, es wird sehr schwer.

Du weißt, wir werden sterben”, erinnert sich Fernando Parrado später über den Moment in den Anden mit seinem Schicksalsgenossen Roberto Canessa. “Ich sagte ihm: Ja, aber wir werden im gehen sterben. Kommst du mit? Und er sagte. Wenn du gehst, dann gehe ich auch. Das war der ergreifendste Augenblick meines Lebens.” Nachdem die beiden sich ca eine Woche durch Schnee und Eis geschleppt haben, erreichten sie die schneefreie Zone. Nach drei weiteren Tagen finden sie einen Gebirgsfluss. Auf der anderen Seite steht der Hirte Sergio Catalan, er infomierte die Behörden, als die Männer ihm ihre Geschichte erzählten. Hubschrauber die chilienischen Luftwaffe fanden kurz darauf das Wrack mit weiteren 14 Überlebenden. “Als wir die Hubschrauber hörten, die kamen, um uns zu retten, kam auf einmal auch die Gesellschaft zurück mit ihren Tabus und allem was damit zusammenhing”, erinnert sich einer aus der Gruppe. “Ich denke manchmal, dass wir damals wie Tiere waren.” Und fügt hinzu: “Aber es gab keinen Egoismus, es gab dort oben nicht so viele Dinge, wie man sie in unserer Gesellschaft findet.” “Wir sind am Leben geblieben, weil wir uns untereinander geholfen haben”, meint ein anderer.

Nordkoreaner essen ihre eigenen Kinder

In Nordkorea soll eine so große Hungersnot herrschen, dass Eltern ihre eigenen Kinder getötet und gegessen haben sollen, so berichtet ein Reporter in der Asia Press. Der Reporter hatte verschiedene Menschen gesprochen, die von dieser Entwicklung berichteten. So sollen Menschen in den Provinzen Nord- und Süd-Hwanghae so verzweifelt gewesen seien, dass sie keinen anderen Ausweg sahen. Die Hungersnot hat bis jetzt schon zehntausende Menschen dahingerafft. Während seine Frau auf Geschäftsreise war, soll ein Mann zuerst seine ältere Tochter und dann seinen jüngeren Sohn getötet haben. Das Fleisch seiner Kinder bewahrte er anschließend zu Hause auf. Seine Frau schöpfte nach ihrer Rückkehr angesichts der plötzlich aufgetauchten “Vorräte” Verdacht und benachrichtigte die Polizei – diese fand dann Teile der Kinderkörper auf dem Grundstück. Ein weiterer Mann soll zum Tode verurteilt worden sein, nachdem er seine zwei Kinder aus Hunger ermordet und gegessen hatte. Ein Grossvater grub die Leiche seines verstorbenen Enkels wieder aus, um sie anschließend zu verspeisen. In der Sunday Times kommt sogar ein Vertreter der Koreanischen Arbeiterpartei zu Wort, der bestätigt: “In einem Dorf in der Provinz Chongdan wurde ein Mann verhaftet, nachdem er sein eigenes Kind gekocht und gegessen hatte.”

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Der Reporter, der die Zeugenaussagen für den Bericht der Asia Press aufgezeichnet hatte, zeigte sich “zutiefst schockiert über die zahlreichen Kannibalismusberichte”, die ihm im Verlaufe seiner Recherche zu Ohren gekommen sind. Eine offizielle Bestätigung der geschilderten Verbrechen gibt es nicht, die Darstellungen des Journalisten werden in internationalen Medien aber als glaubhaft bezeichnet. Schon in der Vergangenheit drangen immer wieder Berichte über Kannibalismusfälle in Nordkorea an die internationale Öffentlichkeit. Für Aufsehen sorgte unter anderem ein Fall, bei dem ein Mann elf Menschen getötet und die Leichenteile dann als “Schweinefleisch” verkauft hatte.

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Über Lunaxia

Lunaxia
Hallo, ich bin Lunaxia Ich bin Chefredakteurin bei Horror Fakten. Im wirklichen Leben heiße ich Vanessa, bin 26 Jahre und komme aus Bayern. Seit meiner Kindheit bin ich schon Horrorfan, angefangen mit den Gänsehautbüchern und Filmen wie "the Ring". Heute interessiere ich mich sehr für Übernatürliches und die menschliche Psyche. "Ihr lacht über mich, weil ich anders bin. Ich lache über euch, weil ihr alle gleich seid"

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