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Verfluchte Bilder – Die weinenden Kinder von Giovanni Bragolin

Eine Reihe von mysteriösen Hausbränden erregte 1985 die Aufmerksamkeit der Menschen, denn eine unglaubliche Tatsache überschattete diese Berichte. Die Häuser brannten alle ausnahmslos bis auf die Grundmauern nieder, es wurde alles zerstört – bis auf das Bild des “weinenden Jungen”. Dieses Bild überstand die Brände stets unversehrt! Was hatte es damit auf sich? Wer war der Maler des Bildes?

Dieser und anderen Fragen versuchen wir hier auf den Grund zu gehen.

Ans Tageslicht kam die Story erstmals 1985 durch einen Bericht in der Londoner Zeitung “The Sun“. Der Artikel handelte von einem Feuerwehrmann aus Yorkshire namens Peter Hall. Dieser berichtete von einer regelrechten Brandepidemie, die mehrere Häuser bis auf die Grundmauern vernichtet hatte. Es wurden ca. 40 bis 50 Fälle registriert. Das Merkwürdige an der Geschichte war die Tatsache, dass immer ein bestimmter Gegenstand dabei unversehrt blieb: Ein Bild des weinenden Jungen von Giovanni Bragolin. Es handelte sich dabei aber nicht immer um ein und dasselbe Bild, das immer weitergegeben wurde, sondern um verschiedene Gemälde des Künstlers, die einen Knaben mit großen Augen im Alter zwischen zwei und sechs Jahren zeigten. Selbst wenn diese Häuser nur noch rauchende Ruinen waren, hing ein Exemplar des Portraits kaum beschädigt an einer geschwärzten Wand oder lehnte daran.

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Ein Feuerwehrmann meinte dazu: “Ich hatte zuvor von der Sache gehört, aber es ist doch etwas anderes, wenn man tatsächlich so ein Bild in einem ausgebrannten Zimmer findet und es ist nicht einmal angesengt!” Mittlerweile sind diese Bilder überall in Europa bekannt, aber es gibt keinen Feuerwehrmann in Yorkshire, der ein Exemplar davon bei sich Zuhause hängen hat. Aus triftigem Grund, so scheint es…

Nach der Veröffentlichung des Berichtes wurde “Sun” regelrecht mit einer Flut von Anrufen und Briefen bombardiert, die alle über ähnliche Brand-Katastrophen im Zusammenhang mit diesen Bildern erzählen konnten. Dora Mann von Mitcham berichtet: “Nur sechs Monate, nachdem ich ein Gemälde gekauft hatte, wurde mein Haus vollständig bei einem Feuer zerstört. Dabei wurden sämtliche Einrichtungsgegenstände vernichtet, auch andere Gemälden aus meinem Besitz, ausgenommen das Bild des weinenden Jungen. Sandra Craske von Kilburn erzählt, dass sie, ihre Schwester und ein Freund alle unter mysteriösen Bränden gelitten hätten, nachdem sie sich eines der Portraits zugelegt hatten. Ähnliches zu berichten hatten Linde Fleming von Leeds und Jane McCutcheon von Nottingham – das war am 04. September 1985.

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Fünf Tage später zerstörte Brian Boughton sein unbeschädigtes Exemplar des “weinenden Jungen”, nachdem ein Feuer seine Frau und seine beiden Kinder ins Krankenhaus befördert hatte. Am 09. Oktober wurde Anmut Murray ins Krankenhaus eingewiesen, weil er sich schwere Verbrennungen zugezogen hatte. Auch sein Exemplar des “weinenden Jungen” war so gut wie nicht beschädigt.

Am 21. Oktober brannte es im “Palast Pavillo” in Great Yarmouth. Es wurde alles zerstört, bis auf ein Exemplar des “weinenden Jungen”. Drei Tage später brannte das Haus von Kevin Godber von Herringthorpe und auch hier überlebte solch ein Bild das Inferno, während alle anderen Malereien aus Godbers Besitz völlig zerstört worden waren.

Nach diesem ereignisreichen Monat veröffentlichte die Zeitung “Sun” eine Sondermeldung und forderte darin alle ihre Leser dazu auf, ihre persönlichen Exemplare des “weinenden Jungen” zuzusenden. Diese Bilder sollten alle in einem Massenfeuer zerstört werden. Tausende kamen dieser Aufforderung nach. Die Feuerwehrleute, die das Massenspektakel überwachten, achteten ganz bewusst auf irgendwelche sonderbaren Vorkommnisse, wie Schreie von kleinen Kindern oder Ähnliches, doch alles was sie hörten war das Prasseln des Feuers.

Aber das war noch lange nicht das Ende der Geschichte…

Bald nach dem großen Freudenfeuer der “Sun” fand sich die Zeitung in einem Streik verwickelt, ausgelöst durch ein Massentumult in der Produktion. William Armitage von “Weston-Super-Mare” starb durch ein Feuer in seinem Haus, indem – jawohl – ein intaktes Exemplar des “weinenden Jungen” von Bragolin gefunden wurde. Es lag auf dem Fußboden neben seinem leblosen Körper.

Ein Feuerwehrmann aus der Umgebung meinte: “Wir hörten alle über diese verhexten Bilder. Aber es ist wirklich so, dass man sie unversehrt vorfindet, wenn man in einem völlig verkohlten Raum steht”. Die Journalisten fragten ihn, ob er sich denn vorstellen könnte, dass diese Bilder böse oder verflucht sein könnten und auf irgendeine Weise die Brände verursacht haben könnten, doch der Feuerwehrmann gab dazu keine Stellungnahme.

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Zweifellos, wieder eine interessante Geschichte. Wie es scheint, haftet der Fluch nur an Portraits von Menschen, denn bislang hat man noch nie etwas über verhexte Landschaftsbilder gehört.

Über den Künstler gibt es so gut wie keine genauen Informationen, was seine Person und seine Herkunft anbelangt. Selbst über seine zahlreichen angeblichen Pseudonymen streiten sich die Quellen. Einige behaupten, es könne sich hierbei nur um den italienischen Landschaftsmaler “Bruno Armadio” handeln, der sich den Namen “Bragolin” nur als Pseudonym zugelegt hat, weil er nicht mit den Bildern des kleinen Jungen in Zusammenhang gebracht werden wollte. Doch dann erfährt man, der Maler dieser Bilder sei der um 1900 in Venedig geborene Postkartenkünstler “Giovanni Bragolin”.

Es tauchen noch weitere Namen auf, die mit ihm in Verbindung gebracht werden: J. Bragolin, J. Bzuglin und ein spanischer Maler namens Franchot Seville.

Insgesamt gesehen wirkt alles, was mit den Bildern zusammenhängt, verschleiert und mysteriös.

Bis heute konnte nicht genau bestätigt werden, ob “Bragolin” tatsächlich nur ein Portrait des “weinenden Jungen” gemalt hat, oder ob es noch mehrere Werke dieser Art von dem Künstler gibt. Bei unseren Recherchen sind wir immer wieder auf paradoxen gestoßen. Es wird viel spekuliert, vor allem was die Signatur des Künstlers betrifft, ist man sich nicht ganz so einig. Einige Quellen berichten, die Bilder wären nicht unterzeichnet, doch dann hört man, dass man die Originalbilder daran erkennt, dass sie in der oberen rechten Ecke mit “G. Bragolin” unterschrieben sind.

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