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Finding No-One: Die traurige und düstere Findet Nemo Theorie

Findet Nemo gehört mit zu den bekanntesten Kinderfilmen in der Pixar-Reihe und wohl jeder von uns wird ihn kennen. Doch was viele nicht wissen: Nemo ist gar nicht der Hauptcharakter in dieser Geschichte, sondern sein Vater, Marlin. Das zumindest behauptet eine Findet Nemo Theorie, die im Internet kursiert, und mit dieser Behauptung folgt eine traurige Erkenntnis. Nemo existiert gar nicht. 

 

Findet Nemo ist eine typisch schöne Geschichte für die ganze Familie, so wie wir es von Disney Filmen kennen. Die Geschichte dreht sich um das Vater-Sohn-Gespann Nemo und Marlin. Marlin verlor seine Frau und fast seine Kinder bei einem Angriff eines Barracuda. Einziger Überlebender dieses Dramas am Anfang der Geschichte ist Nemo er blieb als Einziges Fischei nur leicht verletzt zurück und Marlin schwor sich auf seinen einzigen Sohn acht zu geben. Als Nemo allerdings in das Schulalter kommt kann Marlin ihn nicht mehr so akribisch beobachten und beschützen, wie er es wollte und kurz darauf wird Nemo von Tauchern entführt. Von da an dreht sich alles um die Suche Marlins nach Nemo, welcher in einer Zahnarztpraxis als Zierfisch gehalten wird. Während er seinen Sohn sucht erlebt Marlin ein unglaubliches Abenteuer, lernt den vergesslichen Fisch Dorie kennen und noch so einige andere Lebewesen, welchen ihm dabei verhelfen, seinen Sohn im weiten offenem Meer wieder zu finden. Ganz nach Disney-Art endet dies natürlich mit einem glücklichen Happy End.

Aber eben auch nur nach Disney-Art,

Denn wie schon erwähnt gibt es eine Findet Nemo Theorie, die so gar nicht der feinen Disney-Art entspricht. In dieser Theorie soll Nemo seinem Namen alle Ehre machen und gar nicht existieren. Er ist in Wirklichkeit nur eine psychische Manifestation der Trauer Marlins, der sich mit der Vorstellung von seinem überlebenden Sohn über seine Trauer über den Verlust seiner Frau und seiner Kinder hinweg tröstet. Laut der Theorie hat keines der Fischeier überlebt, auch kein Nemo-Fischei.

Nemos Name soll dabei einer der größten Beweise sein. Der Name, oder eher das Wort, Nemo  ist lateinisch für No one, auf Deutsch: Niemand. Dementsprechend kann man den Titel Finding Nemo zu Finding No one (Niemanden finden) übersetzen. Nemo ist also offiziell ein Niemand. Quasi nicht existent.

Der ganze Film dreht sich also gar nicht darum, dass Marlin versucht Nemo zu finden, denn dieser existiert ja gar nicht. Nein, der Film dreht sich um Marlins Umgang mit seinem Verlust seiner Familie. So erlebt er im Film, während seiner Suche nach seinem nicht existenten Sohn,  die 5 Phasen der Trauer.

 

Phase 1: Leugnen 

Nachdem seine gesamte Familie verstorben ist bildet sich Marlin ein, dass alles gut sei, mithilfe von Nemo. Immerhin hat er jemanden, um den er sich kümmern kann. Nemo gibt ihm Hoffnung. Zumindest glaubt er das. Er leugnet es traurig zu sein. Er leugnet, dass er nun ganz alleine ist. Mit Nemo ist er nicht alleine und er ist glücklich, nicht wahr? Es sind nicht alle tot, nicht wahr? Nun, wenn es stimmt, dass wirklich alle gestorben sind, dann sind alle tot. Und Marlin ist ganz alleine, auch wenn er es nicht wahr haben will.

Finding-Nemo-Denial
“Eines hat überlebt …. alles wird gut” Er leugnet alleine zu sein indem er sich einbildet, eines der Eier hätte überlebt

Phase 2: Zorn

Das ganze Abenteuer beginnt erst mit dem Streit, welchen Marlin mit seinen Sohn hat. Der Streit ist Auslöser dafür, dass Nemo aus Trotz weg schwimmt. Der Zorn, den Marlin Nemo zeigt lässt Nemo nicht zurück kommen, womit er nicht rechtzeitig vor den Tauchern weg schwimmen konnte. Und dann ist er weg.

Finding-Nemo-Anger
Kurz nachdem Marlin wütend wurde, trat das schlimmste ein, was er sich vorstellen konnte. Zufall?

Phase 3: Verhandeln

Von da an, als Nemo verschwindet und Marlin wieder vor seiner größten Angst steht, dem Verlust, verhandelt er quasi mit sich selbst. Wie ein Sterbender, der versucht mit Gott um mehr Lebenszeit zu verhandeln, was viele in diesem Stadium tun, bildet er sich ein unmögliches zu schaffen, und als Resultat Nemo zurück zu bekommen. Wenn er in den weiten Ozean hinaus schwimmt, dann bekommt er ihn wieder. Deal? Wenn er es schafft bei vegetarischen Haien lebend raus zu kommen, dann bekommt er Nemo wieder. Deal? Wenn er es nach Sydney schafft, bekommt er seinen Sohn zurück. Deal?  So muss er auch mit einem Fischschwarm verhandeln um zu wissen, wie er nach Sydney kommt. Wenn er dann mit den Schildkröten im Strom mit schwimmt, ist er dort und an seinem Ziel, somit bei Nemo. Deal?

Finding-Nemo-Bargaining
Marlin würde alles tun um Nemo wieder zu bekommen, er würde sogar sein Leben opfern.

Phase 4: Depressionen

Doch eben dieser Lebenswille, den er bei den Haien hatte, den er hatte, als sie von einem Tiefsee-Anglerfisch verfolgt wurden, als er es durch giftige Quallen geschafft hat und mit den Schildkröten geschwommen ist, dieser Lebenswille verlässt ihn schlagartig. Als Marlin und Dorie im Maul des Wals gefangen sind, gibt er einfach auf, nachdem was er alles durchgemacht hat. Er fällt in eine depressive Stimmung, wo er die Suche aufgibt und damit den Kampfwillen.

Finding-Nemo-Depression
Plötzlich gibt Marlin auf und fällt in einen Zustand der Trauer zurück

Phase 5: Akzeptanz

Die letzte Phase ist im Film wieder verschönt. So schaffen es die beiden, Marlin und Nemo, wieder zueinander zu finden und Marlin akzeptiert, dass er nicht immer auf Nemo aufpassen kann und er ihn auch ziehen lassen muss. Die Theorie sagt auch nicht sehr viel anderes, außer, dass Marlin hier seinen Sohn nicht in die weiter Welt auf einen Klassenausflug lässt, sondern, dass er seine Trauer los lässt. Er lässt Nemo ganz gehen. Nicht nur für kurze Zeit, sondern für immer. Er akzeptiert in dieser Szene sein Schicksal alleine zu sein und alles verloren zu haben. Er hat seine Trauer überwunden.

finding-nemo-acceptance
Bye, Nemo

Während des ganzen Prozesses der Verarbeitung der Trauer ist Marlin nie alleine und übersteht diese Phasen auch nur mit der Hilfe der Lebewesen, die ihn umgeben. So zeigt ihm die vergessliche Dorie, die selber nur im Moment leben kann, weil sie den vorherigen vergessen hat, eben genau dies zu tun. Im Moment leben. Nicht nur in der Vergangenheit fest hängen. Die Haie Bruce, Hart und Hammer helfen ihm dabei nicht alles als eine Gefahr anzusehen. Und die Schildkröten zeigen ihm, dass man nicht alles unter Kontrolle haben kann was in seinem Leben passiert.

Nachdem er also alle Phasen durchlebt hat und mit der Hilfe seiner Bekannten, konnte er Nemo ein für alle Mal los lassen. An sich auch eine schöne Geschichte, doch vermutlich nicht passend für einen Film, der kleine Kinder als Zielgruppe hat. Irgendwo sind wir vielleicht doch alle ein Marlin und glauben noch an die schöne Geschichte Nemos.

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MissNocturna

Oi oi! Ich bin Jessie, bin 17 Jahre alt und leidenschaftliche Schreiberin und Horror-Liebhaberin.Seit neuestem bin ich Redakteurin auf dieser Seite.
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