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Foltermethoden von heute

Foltermethoden von Heute – Was hat sich geändert?

Ich schätze, beinahe jedem dürften die Begriffe „Eiserne Jungfrau“ „der sizilianische Stier“ und „der Halsring“ geläufig sein. All das, sind mittelalterliche Methoden gewesen, welche dazu dienten Leute zu foltern. Was wenige Leute wissen, ist jedoch dass auch heute noch gefoltert wird, mit einigen Methoden, die Menschen im Mittelalter sogar fürchten würden.

 

Der Begriff „Waterboarding“ dürfte seit „Grand Theft Auto V“ auch jedem bekannt sein.

Falls nicht: die gefolterte Person wird fixiert und ihr wird ein Tuch auf das Gesicht gelegt, welches ständig mit Wasser übergossen wird. Dadurch wird der Würgreflex des Körpers ausgelöst und der Gefolterte denkt, er würde ertrinken. Diese Methode war vor wenigen Jahren beinahe überall in den Medien zu sehen, da darüber diskutiert wurde, ob das in einem Spiel vertretbar wäre.

Doch dass auch heute in mehr als der Hälfte(!) der Länder dieser Welt noch immer gefoltert wird, das dachten wohl die Wenigsten.

Seit dem 26. Juni 1987 ist die Anti-Folterkonvention der Vereinten Nationen wirksam. Nun, 30 Jahre später, wird, laut Amnesty international, immer noch gefoltert. Am schlimmsten geht es, laut ihnen, in Nigeria, Marokko, Mexiko, Usbekistan und auf den Philippinen zu. Insbesondere geht es bei ihnen um Geständnisse. Die Betroffenen werden, hauptsächlich von der Polizei, solange gefoltert, bis sie ein Geständnis unterschreiben. Falls dies nicht geschieht, gehen sie weiter, greifen auf andere Methoden zurück.

Foltermethoden der CIA

Eine von der CIA benutze Methode ist das einsperren der Häftlinge in enge Boxen. Diese ist dann für bis zu 18 Stunden in eine Box eingesperrt, in der ein Erwachsener gerade so stehen kann, manchmal auch eine, die gerade ausreicht, um eingerollt in ihr zu liegen. Hier verbrachten die gefolterten bis zu zwei Stunden. Der Beamte hatte außerdem die Möglichkeit, ein „harmloses“ Insekt in die kleinere der Boxen zu stecken. Dies sei zum Beispiel bei Subajdah gemacht worden, weil dieser Käfer gehasst habe. Desöfteren wird auch Nahrungsmanipulation verwendet, um den Häftling zu foltern. Das bedeutet, dass von fester Nahrung auf flüssige umgestiegen wurde. Subajdah wurde im August 2002 laut Senatsbericht zu einer Diät mit Flüssignahrung gezwungen, die aus einem Nahrungsergänzungsmittel und Wasser bestand.

Die meiner Meinung schlimmste Methode der CIA ist jedoch der Schlafentzug. Häftlinge wurden bis zu 180(!) Stunden lang wach gehalten, hauptsächlich dadurch, dass sie eine aufrechte oder unangenehme Stellung einnehmen mussten. Manchmal wurden sogar die Hände der Gefangenen über dem Kopf festgebunden. Aufgrund der Anwendung dieser Technik hatten mindestens fünf Opfer „verstörende Halluzinationen“, wie es in dem Bericht heißt, in zwei Fällen setzte die CIA die Praxis trotzdem fort. Ein Inhaftierter halluzinierte im Oktober 2003 nach 56 Stunden Schlafentzug im Stehen. Daraufhin wurde beschlossen, dass der Mann anscheinend doch nicht in Aktionen gegen die USA verwickelt war. Doch anstatt dass er freigelassen wurde, kam er in eine militärische Einrichtung, wo er dann noch 4 Jahre inhaftiert war. Das ist meiner Meinung die schlimmste Foltermethode, da sie nicht nur physisch, sondern auch psychisch belastet.

Foltermethoden in der Volksrepublik China

Zwar war die Volksrepublik China eines der ersten Länder, welche die Anti-Folterkonvention unterschrieb, aber gefoltert wird auch hier noch. Hierbei handelt es sich, anders als bei der CIA, meist um rohe Gewalt. Eine ihrer Methoden sind zum Beispiel Schläge und Tritte. Hier variiert es zwischen Brettern,  Kabeln, dornigen Pflanzen, Ledergürteln oder Fäusten und Tritten. Auch der Folternde wechselt hier zwischen Aufseher und anderen Häftlingen. Fast jeder Inhaftierte(!) in der VR China musste diese Form der Folter erdulden. Eine weitere Methode ist das Überdehnen von Gliedmaßen, unter anderem die Tigerbank. Der Gefolterte wird auf einer schmalen Holz- oder Eisenbank an Oberschenkeln und Knien festgebunden. Die Hände werden hinter dem Rücken gefesselt,  dann werden in gewissen Abständen Bretter oder Ziegel unter die Füße geschoben. Die Beine des Opfers werden überdehnt, und er erleidet entsetzliche Schmerzen.

Foltermethode Tigerbank

 

Foltermethoden in der Türkei

Obwohl in der Türkei die Todesstrafe und Folter 2002 abgeschafft worden ist, gab es unter anderem im Jahre 2008 etwa 448 dokumentierte Vorwürfe an Misshandlungen seitens der türkischen Behörden. In den häufigsten Fällen geschahen diese aus politischen Gründen etwa durch Sicherheitskräfte bei Demonstrationen. In Einzelfällen ist auch bekannt, dass ethnische Minderheiten durch die Polizei drangsaliert wurden.

Foltermethoden Türkei

Foltermethoden im Irak

Folter geduldet durch die irakische Regierung richtet sich in erster Line an Angehörige der politischen Opposition. Relativ aktuell ist hierbei ein Bericht durch den Observer 2005, dass bei Terrorverdächtigen unter anderem Elektroschocks oder Verbrennungen genutzt werden würden.

Foltermethoden Irak

Foltermethoden in Deutschland

In der Bundesrepublik Deutschland herrscht zwar rechtlich ein absolutes Folterverbot, nach einer Kindesentführung fand jedoch eine Diskussion über eine mögliche “Rettungsfolter” statt. Doch auch in Deutschland sind Fälle, und das trotz eines verfassungsrechtlich garantierten Folterverbots, bekannt. Am populärsten sicherlich der sogenannte Daschner-Fall, bei Folter angedroht worden ist um den Aufenthaltsort eines Opfers zu erfahren.

Foltermethoden Deutschland

“Moderne Folter” zielt auf die Psyche

Heute hingegen kommen meist psychische Foltermethoden zum Einsatz. Identität, Realitätsbewusstsein, Persönlichkeit und Wertvorstellungen des Gefangenen sollen damit gebrochen werden. Dazu wird auch häufig Schlafentzug eingesetzt. Die Androhung von Gewalt, Isolation und Orientierungslosigkeit sind ebenfalls besonders effektiv. Die Wahl der Foltermethode ist heute auch stark einzelfallabhängig: Man sucht nach den größten Ängsten des Einzelnen und droht ihm dieses an. Unter Regierung Saddam Husseins im Irak waren Elektroschocks verbreitet. Mit moderner Technik sind diese nicht nur sehr effektiv und einfach zu bedienen, sondern auch kostengünstig. Gewalt, Schläge oder Elektroschocks sind jedoch nicht so effektiv wie psychische Folter. Des Weiteren gehörten Schläge, das Ausstechen der Augen, Verbrennungen und Ziehen der Fingernägel zum Repertoire der Folterer.

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Über BloodWork01

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