Creepypastas

Jenna’s Blog – Creepypasta

Blogs gewinnen immer mehr an Beliebtheit im Internet. Quasi jeder kann einen erstellen und sie der Öffentlichkeit preis geben. Natürlich in der Hoffnung, dass sie gelesen werden. Doch manche Blogs sollte man vielleicht lieber nicht lesen.

Wir haben sie wohl alle schon einmal gesehen. Sie tauchen in letzter Zeit in Unmengen auf und es gibt zu jedem Thema quasi einen. Blogs.

Der neueste Trend ist es heutzutage wohl einen Blog zu erstellen. Egal über was. Ob über Omas neuste Rezepte, den neusten Kleidern auf den Markt oder über die eigene Katze, Blogs gewinnen immer mehr an Beliebtheit. Und viele können damit sogar eine Unmenge an Geld verdienen!

Auch ich muss zu geben ab und an in einen Blog mal rein gelesen zu haben, auch wenn es nicht immer die typischen Themen waren. Ich interessiere mich nicht für Rezepte oder Reisen und eine Katzenhaarallergie habe ich auch. Da ich dennoch ab und an gerne mal in einen Blog rein schaue, muss ich mich oftmals tiefer im Internet umschauen.

An einer meiner freien Tage war es mal wieder soweit. Meine letzten Tage verliefen stressig und ich hatte auch in meinem privaten Umfeld einige Probleme. Sowohl mit meiner Familie als auch mit meiner, jetzt, Ex-Freundin. Ich wollte mich ablenken, aus anderen Leben lesen und meine eigenen Probleme so vielleicht etwas herunterspielen.

Ich durchsuchte das Internet nach ein paar geeigneten Blogs und suchte in diversen Foren nach Vorschlägen von anderen. So ging ich öfters vor, denn so kann man auch leichter an Blogs heran, die sonst viel schwerer zu finden sind. Versteckt in den Tiefen des Internets.

Und tatsächlich gab es einige neue Beiträge, darunter natürlich wieder diverse Mode und Freizeit Blogs, doch auch ein paar, die aus der Reihe tanzten. Und ein Post von einem unbekanntem User zog meine Aufmerksamkeit besonders auf sich. Ich wusste nicht einmal genau warum.

Der Post war anders als die anderen neuen Beiträge. Er hatte keine ellenlange Beschreibung und der Name des Blogs war auch nicht super spektakulär. Der Beitragsname war der Name des Blogs. “Jenna”

Jenna. Ein stinknormaler Name, ohne irgendwelche Extras. Mich wunderte es, dass der als Blogname noch zur Verfügung gestanden hat.

Der Inhalt des Beitrags war ebenso simpel. Es stand einzig und allein der Link zum Blog dazu. Nichts weiter.

Ich weiß nicht warum, doch die simple Aufmachung der Werbung für den Blog hatte mich neugierig gemacht. Ich wollte wissen, was hinter diesem Blog steckt. Immerhin würde ein Modeblog viel mehr Wert auf einen niedlichen Text legen. Und ein Reiseblog würde vermutlich auch ein paar nette Bilder aus dem schönen Italien in die Beschreibung stecken. Doch ein einfacher Link? Also musste es wohl etwas anderes sein. Das war vermutlich der Grund, warum ich auf den Link klickte. Neugierde.

Ich gelangte auf die Startseite eines sehr einfach gehaltenen Blogs. Da war nicht viel Schnickschnack, keine bunten Farben, keine bunten Bildchen oder Effekte. Der Blog war in einer einfachen Mischung aus Grau und Schwarz gehalten, die Schrift war weiß. Es gab auch keinen Begrüßungstext auf der Seite. Es wirkte, als hätte jemand den Blog schnell in zehn Minuten erstellt und dann keine Zeit mehr gehabt. Doch als ich ein wenig durch die Beiträge scrollte, merkte ich, dass die Beiträge nun schon über ein paar Wochen reichten.

Aus Neugier las ich in ein paar der älteren Beiträge rein. Der Blog schien ein normaler Alltags-Blog über das Leben eines jungen Mädchens namens Jenna zu sein. In ihren Beiträgen schrieb sie über ihre Geschehnisse im Alltag, fast schon als würde sie in ein Tagebuch schreiben. Die Beiträge waren mal mehr mal weniger lang und wirklich viel passieren tat da nicht. Sie schien noch in die Schule zu gehen, sie erzählte von den meist einsamen Tagen hinten, in der vorletzten Reihe in ihrem Klassenzimmer. Sie erzählte von den Problemen, die sie in der Klasse mit ihren Klassenkameraden hat, von den Lehrern, die sie wohl weitestgehend zu ignorieren versuchten und den Stoff, mit dem sie nicht mehr hinterher kommt.

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Das war der Inhalt der meisten Beiträge. Und so ging es über Wochen hinweg weiter. Jeden Tag ein Post. In jedem Beitrag erzählte sie, wie einsam sie sich fühlt, wie verlassen. Sie hat keine Freunde. Nur diesen Blog.

Je mehr ich las desto mehr fühlte ich mit ihr. Es schien ihr von Tag zu Tag schlechter zu gehen. Die Beiträge wurden kürzer.

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Nach einer gewissen Zeit änderten sich die Beiträge ein wenig. es waren nun nichtmehr nur Tagebucheinträge. Ab und an erschienen an manchen Tagen Gedichte. Die Gedichte waren kurz und wirkten … fröhlich. Sie schrieb von Blumen und der Wärme der Sonne auf ihrer Haut. Irgendwie waren sie … merkwürdig. Sie unterschieden sich so krass von den normalen Beiträgen aus ihrem Alltag.

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Und dann wurde es komischer.

Die Beiträge aus dem Alltag nahmen immer mehr ab. Die Beiträge sind immer noch täglich gekommen, doch sie wurden immer kürzer. Manchmal standen nur einzelne Wortfetzen da. Zusammenhangslos und fast schon fehl am Platz. Wörter wie “Zeit” oder “Sommer” tauchten einfach so auf. Standen einfach da, ohne irgend einen erkenntlichen Sinn.

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Ich scrollte weiter nah oben. Die Beiträge wurden aktueller und immer mysteriöser. Fast in jedem Beitrag stand nun nur noch ein Wort und selbst wenn ich sie versucht habe zusammen zu fügen, haben sie keinen Sinn ergeben. Ich scrollte weiter, bis ich zu dem Beitrag gelangte, der gestern erschienen ist. Wieder stand dort nur ein einziges Wort. “Stress.”

Verwirrt musterte ich noch einmal den Blog und versuchte mir eine logische Erklärung für Jennas Verhalten zurecht zu legen. Vielleicht ist sie durch gedreht? Vielleicht hat sie die Einsamkeit verrückt werden lassen? Möglich wäre es. Was es auch ist, es ist unheimlich.

Ich beschloss die Seite zu verlassen. Irgendetwas stimmt gewaltig nicht mit dem Mädchen. Doch gerade als ich die Seite schließen wollte, bemerkte ich einen neuen Beitrag. Das war merkwürdig, denn ich hatte die Seite gar nicht aktualisiert.

Ich schaute auf den Beitrag und mein Herz machte einen kleinen Aussetzer. Es war wieder nur ein Wort, doch diesmal schien es nicht wirklich fehl am Platz.

“Hallo.” 

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Ich wusste nicht was ich tun sollte. War das an mich gerichtet? Konnte sie sehen, dass jemand ihren Blog betrachtet? Oder ist diesen Wort nur aus Zufall gewählt? Was es auch war, ich wollte es nicht herausfinden. Ich wollte wieder die Seite schließen, doch just in dem Moment als ich auf das rote Kreuz drücken wollte, war da wieder ein Beitrag.

“Nicht.” 

Ich stockte. Zwei Beiträge an einem Tag …. das hatte sie noch nie gemacht. Sie wusste, dass jemand auf ihrem Blog ist. Und sie schrieb mit mir. Doch wie sollte ich antworten?

Die Frage erübrigt sich, denn kurz darauf erschien wieder ein neuer Beitrag.

“Schön, dass du hier bist. Es war schon lange keiner mehr auf meinem Blog.”

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Das war der erste Beitrag seit langem, der aus mehr als einem Wort bestand. Und auch einer, der seit langem wieder Sinn gemacht hat. Er wirkte … so normal. Wie bei einer Chatkommunikation, nur das ich nicht antworten konnte. Der nächste Beitrag erschien, ohne das ich aktualisiert habe.

“Haben dir meine Einträge gefallen?” 

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Die ganze Sache jagte mir einen Schauer über den Rücken, doch ich war nicht in der Lage wie geplant den Blog zu verlassen. Ich wollte wissen, was passiert. Es war, als würde mich jemand daran hindern die Seite zu schließen.

“Wie haben dir meine Gedichte gefallen? Sie sind wunderschön, nicht wahr?”

Wie war das möglich? Wie konnte sie wissen, dass ich genau diese Beiträge gelesen hatte? Und wieso stellte sie mir diese Fragen? Ich war verwirrt. Ich wusste nicht was ich tun sollte. Ich sollte diese Seite vermutlich einfach verlassen, dieses Mädchen scheint verrückt geworden zu sein.

“Ich fühle mich so alleine. Hast du dich jemals so alleine gefühlt? Ich tue das jeden Tag.”

Der nächste Beitrag folgte wenige Sekunden nachher.

“Hast du dich jemals so alleine gefühlt, Sebastian?”

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Sebastian. Ich erstarrte, als ich meinen eigenen Namen las. Das …. das konnte nicht sein! Es war unmöglich, dass sie meinen Namen kannte. Und es war unmöglich, dass sie wissen konnte, wer diesen Blog liest.

“Du bist doch auch oft alleine. Ich habe Angst. Hilf mir.”

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Es reichte mir. Das ganze wurde selbst mir zu gruselig. Ich nahm meine Maus und versuchte den Tab zu schließen. Doch nichts geschah.

Mir rutschte das Herz in die Hose. Die Seite lies sich nicht schließen. Egal wie oft ich auch drauf drückte, die Seite wollte sich einfach nicht schließen.

“Du willst gehen?”

Mein Atem stoppte.

“Das kannst du nicht tun.”

Ich richtete meinen Blick wieder auf das rote Kreuz und drückte wie ein Verrückter auf meiner Maus.

“Du kannst mich nicht alleine lassen!”

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Ich stand auf und wollte den Computer von jeglicher Stromversorgung kappen. Ich zog an allen möglichen Steckern, bis das Licht an meinem Computer erlosch.

Mein Herz raste. Ich lies mich auf meinen Stuhl sinken und starrte auf den Bildschirm, erleichtert, dass dieser Spuk vorbei war. Was auch immer es war, es war verdammt gruselig!

In dem Moment ging der Computer wieder an. Keine Ahnung wie das möglich war, immerhin war er an keiner Stromquelle angeschlossen. Mir war als würde mir das Blut in den adern gefrieren, als ich auf den Bildschirm sah.

Der Blog.

Ich war auf dem Blog.

“Ich will nicht mehr alleine sein.”

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Das ist unmöglich. Das alles ergab keinen Sinn ….

Ich wollte aufstehen. Wollte weg rennen, aus dem Raum raus und nie wieder kommen. Doch ich konnte nicht. Wie als wäre ich an meinen Stuhl gefesselt starrte ich auf meinen Bildschirm und wartete.

Der nächste Beitrag enthielt keine Sätze mehr. Er enthielt einen Link. Ich tat nichts. Ich sass einfach da und beobachtete, wie sich der Link quasi von selbst öffnete. Ein neuer Tab erschien und öffnete eine Seite, die vermisste Menschen aufführte und um Hilfe bat, sollte man sie gesehen haben. Ich wusste was ich gleich lesen würde, noch bevor die Seite wie von alleine nach unten zum Richtigen Punkt scrollt.

“Jenna Erding, 17 Jahre; vermisst.” 

Ich schloss die Augen. Das konnte alles nicht echt sein. Ich träumte und gleich würde ich aufwachen und alles wäre wieder in Ordnung. Das ergab alles kein Sinn, das konnte einfach nicht real sein.

Ich atmete tief ein und aus und öffnete dann die Augen. Die Website war verschwunden. Doch der Blog war noch da.

“Ich bin nun nicht mehr alleine.”

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Erst jetzt bemerkte ich, dass nicht nur der Beitrag neu war. Die Seite sah fast gleich aus. Es gab nur eine einzige Veränderung.

Als Überschrift des Blogs stand nun nicht mehr Jenna.

“Sebastian”

Ich schüttelte den Kopf und sah auf den neusten Beitrag. Der Beitrag war lang und wirkte wie ein Eintrag eines Tagebuchs. Es ging um den Stress, die die Person gerade auf der neuen Arbeit hat, die Probleme in der Familie und wie einsam diese Person ist, nach der Trennung von seiner Freundin, die quasi die Einzige war, die er im Leben hatte.

Es war, als würde sich eine kalte Hand auf meine legen, als ich zu der Schere auf meinem Schreibtisch  griff und sie langsam an mich nahm. Ein kalter Windhauch strich über meine rechte Schulter.

“Ich bin nicht mehr alleine.”

 

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MissNocturna

Oi oi! Ich bin Jessie, bin 17 Jahre alt und leidenschaftliche Schreiberin und Horror-Liebhaberin.

Seit neuestem bin ich Redakteurin auf dieser Seite.

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