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Organspende : Liebe & Fluch eines Herzes

Eine Transplantation rettete den todkranken Sonny Graham das Leben. Dann wiederholte sich das Schicksal des Spenderorgans.

 

Als Remus Graham vor elf Jahren der 28-jährigen Cheryl Cottle in einem Restaurant in Charleston/South Carolina zum ersten Mal begegnete, verlor er sofort sein Herz an sie – ein Herz, das ihr in gewisser Weise schon länger gehörte als ihm: Ihr Ehemann Terry Cottle hatte sich 1995 im Alter von 33 Jahren das Leben genommen, und Cheryl, von Beruf Krankenschwester, hatte beschlossen, seine Organe zu spenden. Ohne das Herz des Selbstmörders wären dem damals 57-jährigen Graham nur noch wenige Monate zu leben geblieben.

Es war der Beginn einer außergewöhnlichen Love-Story. Eigentlich hatte Remus, den seine Freunde stets nur „Sonny“ nannten, lediglich seine Dankbarkeit für die Familie des Organspenders ausdrücken wollen und daher versucht, Kontakt aufzunehmen. Aber als er die junge Witwe dann zum ersten Mal beim Dinner traf, verliebte er sich in sie. „Ich konnte meine Augen nicht mehr von Cheryl abwenden“, erzählte Graham später der Lokalzeitung „Island Packet“ in seinem Heimatort Hilton Head. „Es war, als ob wir uns schon seit Jahren kennen würden.“

DieLiebewar anfangs eher einseitig, denn Cheryl trauerte noch zu sehr um ihren verstorbenen Mann. Doch Graham, der aus erster Ehe zwei erwachsene Kinder im Alter seiner Angebeteten hatte, ließ nicht locker. Vier Monate nach dem ersten Treffen begannen sie, sich regelmäßig zu sehen, vier Jahre später kaufte Sonny schließ-lich im etwa zwei Stunden von ihm entfernten Vidalia (US-Staat Georgia) ein Haus für Cheryl und ihre vier Kinder. Im Jahr 2003 setzte sich der inzwischen 65-jährige Manager einer Telefongesellschaft zur Ruhe und zog bei Cheryl ein, am 8. Dezember 2004, seinem 66.Geburtstag, heirateten die beiden schließlich.
Doch am 1. April dieses Jahres nahm diese einzigartige Liebesgeschichte ein beinahe unglaubliches Ende. Sonny Graham begingSelbstmord– auf die gleiche Weise wie 13 Jahre zuvor Terry Cottle, dessen Herz er nicht nur dieses Leben, sondern indirekt auch sein spätesGlückverdankte: Er schoss sich in einem Geräteschuppen der Landschaftsgärtnerei, die er nach seiner Pensionierung aufgebaut hatte, eine Kugel durch den Hals. Einen Unfall oder gar Fremdeinwirkung schlossen die Ermittler des Georgia Bureau of Investigation nach einer Obduk-tion aus.

Die Menschen, die Graham kannten, können sich seinen Freitod nicht erklären: „Das passt einfach nicht zu dem Mann, den ich kannte“, bestätigt Bill Evans, ein früherer Schul-direktor auf Hilton Head, der mit Graham seit mehr als zwei Jahrzehnten befreundet war, gegenüber FOCUS. Als er das letzte Mal mit ihm sprach, sei sein Freund, der sich auch stets aktiv in seiner Baptistengemeinde engagiert hatte, „sehr freudvoll und sorglos“ gewe-sen. Dass der 69-Jährige die Herztransplantation am Ende seelisch doch nicht ver-kraften konnte, hält Evans für unwahrscheinlich: „Sonny zeigte nach der Operation sehr viel Stärke und Entschlossenheit. Seine Rehabilitation verlief außergewöhnlich gut und übertraf alle Erwartungen.“

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War es vielleicht doch kein Selbstmord? „Auch wenn ich erst an einen Unfall glaubte, sehe ich inzwischen keinerlei Grund, am Urteil der Fachleute zu zweifeln“, gibt Evans zu. „Es ist nur so unbegreiflich, weil er eine so starke Persönlichkeit war.“ Graham sagte zwar einmal, dass man „seine Organe nicht mit in den Himmel nehmen kann, und sie werden weiß Gott auf Erden mehr benötigt“, aber er selbst schied als Organspender aus; das Herz, das – wie die Lokalzeitung schrieb – „zwei Männern das Leben geschenkt hatte“, wurde am Wochenende nach seinem Tod mit ihm gemeinsam begraben. © by focus online

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