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Peter Pan der Todesengel: Die wahre Geschichte hinter dem Jungen, der niemals älter wurde

Peter Pan, die Geschichte des Jungen, der niemals erwachsen wird. So kennen die Meisten von uns die Disneyverfilmung der Figur von Autor James Matthew Barrie, welcher die Figur des Peter Pans erstmals in einem Buch erscheinen ließ. Wie immer erwartet uns in der Disney-Geschichte ein spannendes Abenteuer mit einem wundervollem Happy End. Doch was wäre eine so wunderschöne Disney-Version, ohne eine traurige Theorie oder gar ihrem grausamen Original?

Wir haben schon öfter über die verschiedensten Fantheorien zu Kinderfilmen gesprochen. Doch bei Peter Pan braucht man die meisten nicht mal lange suchen oder interpetieren – viele behaupten der Disneyfilm hätte auch so schon einen melancholischen Touch.

Die traurige Theorie

In der Disneyverfilmung Peter Pan geht es um die Darling-Kinder, welche aus der ältesten Tochter Wendy und ihren beiden Brüdern Michael und John besteht. Peter Pan findet die Kinder, als er nach seinem verschwundenen Schatten sucht und bittet Wendy, ihn mit ins Nimmerland zu begleiten. Wendy, die zuvor einen Streit mit ihrem Vater hatte, welcher ihr das „Kind sein“ aufgrund ihres Alters absprach, stimmte dem Vorschlag zu, unter der Bedingung, dass ihre beiden Brüder mit können. Gesagt getan. Die drei erlebten nun ein aufregendes Abenteuer mit Peter Pan, den verlorenen Kindern („Lost Boys“) und einer eifersüchtigen kleinen Fee namens Tinkerbell. Mit dabei sind Kämpfe gegen Piraten, misstrauische Indianer und ein Happy End, wie es im Buche steht. Am Ende jedoch bekommen die Darling-Kinder Heimweh und Peter begleitet die drei wieder nach Hause.

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Doch eine Theorie besagt, dass Peter niemals dazu in der Lage sein würde, die Kinder wieder nach hause zu bringen. Die gängigste Theorie hinter der Geschichte des Jungen, der die Darling Kinder ins „Nimmerland“ mit sich nimmt ist wohl die, dass Peter Pan keine simple Fantasiefigur ist, sondern eine art Todesengel, den die Kinder dann erst sehen können, sobald sie dem Tode nahe sind. Weshalb auch immer sie sterben, sei es aufgrund einer Krankheit oder eines plötzlichen Kindstotes, Peter Pan sei an ihrer Seite und begleitet sie ins „Nimmerland“, woe sie nie älter werden. Das Nimmerland steht hierbei natürlich für eine Methaper des Himmels.

Diese Theorie ist die gängigste und vermutlich traurigste, die vielen von uns bekannt sein mag. Doch diesen traurigen und melancholischen Touch vergisst man sschnell, wenn man einmal hinter die schöne Disneyfassade schaut. Denn hinter dem Original zu Peter Pan verbirgt sich eine düstere Vorgeschichte, bei denen auch hier die meisten Protagonisten tragisch ihr Ende finden.

Die verlorenen Kinder

Was steckt nun hinter den anderen Vorwürfen, denen, dass die Geschichte um Peter Pan so grauenvoll sein soll?

Die grauenvolle Geschichte dreht sich hierbei nicht um Peter Pan, sondern über ihn. Peter Pan tritt in dem Buch, sowie im Theaterstück von Barries stehts als eigensinniger kleiner Junge da mit brutalen Tendenzen.

So wird in Barries Buch beschrieben, dass die Lost Boys Kinder sind, welche im Kingston Garten aus den Kinderwagen gefallen sind, und die keiner vermisst. Peter Pan nimmt sich dieser an und nimmt sie mit ins Nimmerland, wo er langsam beginnt, sie ihre alten Familien vergessen zu lassen. Jedoch nicht für immer. Sobald sie zu alt sind, tötet er sie. Denn im Nimmerland, wird niemals jemand älter.

„The boys on the island vary, of course, in numbers, according as they get killed and so on; and when they seem to be growing up, which is against the rules, Peter thins them out; but at this time there were six of them, counting the twins as two.“ – („Natürlich schwankt die Zahl der Jungen auf der Insel je nachdem, wie viele getötet werden und so weiter – und sobald sie den Anschein machen, erwachsen zu werden, was ja gegen die Regeln ist, lichtet Peter ihre Reihen. Zur Zeit waren es sechs Jungen, wenn man die Zwillinge getrennt zählt.“)

Die verlorenen Jungs sind nur so lange bei Peter Pan gut aufgehoben, bis sie anfangen erwachsen zu werden.

Der Eigennutz und der Hass

Und noch etwas wird bei Peter Pan sehr stark bemerktbar: wenn er anfängt die Darling-Kinder aus einem Schlamassel zu befreien, so tut er dies selten, weil er sie so gerne hat. Nach jeder Rettungsaktion wird klar, wie stolz Peter Pan auf seine „eigene Genialität“ ist. Und das sei wohl auch der einzige Grund für ihre Rettung („Oh, the cleverness of me!“).

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Allgmein hat Peter Pan keine Furcht davor das Leben anderer Personen zu nehmen. So tötet er ohne zu zögern die Piraten, Captain Hook eingeschlossen. Und was er noch mehr hasst als die Piraten, das sind erwachsene Menschen. So versucht er sie mit seinem Atem, ein alter Aberglaube seinerseits, stetig zu töten.

„As soon as he got inside his tree he breathed intentionally quick short breaths at the rate of about five to a second. He did this because there is a saying in the Neverland that, every time you breathe, a grown-up dies; and Peter was killing them off vindictively as fast as possible.“ („Sobald er in seinen Baum kam, atmete er absichtlich kurze Atemzüge mit einer Geschwindigkeit von etwa fünf bis eine Sekunde. Er tat dies, weil es im Nimmerland ein Sprichwort gibt, dass jedes Mal, wenn man atmet, ein Erwachsener stirbt; und Peter tötete sie rachsüchtig so schnell wie möglich.“)

Jedes Kind hat eine Mutter

Doch einen Umschwung erlebt Peter Pan dann doch. So lässt er im Originalbuch Wendy wieder nach Hause gehen, ohne sie zu töten. Er sah in ihr eine Mutterfigur, doch auch sie beginnt natürlich langsam erwachsen zu werden, was er nicht aushalten konnte. Er beginnt sich verlassen und verstoßen von ihr zu fühlen, so wie er es einst von seiner Mutter erfuhr.

Doch was ist geschehen, bevor Peter Pan zu Peter Pan wurde?

Um dies zu verstehen müssen wir einmal zu den Anfängen Peter Pans. Die erste Erwähnung findet dieser nämlich in Barries erwachsenen Roman „Kleiner Weißer Vogel“ (engl. „The Little White Bird“). In diesen Erzählungen geht es um einen Mann, welcher einen kleinen Jungen kennen lernt und mit diesem eine engere Freundschaft eingehen möchte. Um sein Vertrauen zu gewinnen denkt er sich die Geschichte von Peter Pan aus, welcher im Kingston Garten lebt.

The Little White Bird (English Edition) eBook: Matthew Barrie, James : Amazon.de: Kindle-Shop
Das Buchcover zeigt den Jungen Peter Pan, welcher gemeinsam mit den Feen fliegt.

In dieser Geschichte ist Peter Pan ein kleines, ein Wochen altes Baby, welches allerdings schon aufgehört hat Kind zu sein und es schafft aus dem offenem Fenster zu fliegen und dann für eine gewisse Zeit im Kingston Garten lebt. Als er jedoch zu seiner Mutter zurück möchte, die immer das Fenster für ihn geöffnet ließ, war das Fenster auf einmal zu und verbarikadiert. Bei einem Blick durchs Fenster fällt Peter Pan auf, dass die Mutter ein neues Baby hat, an welches sie sich schmiegt.

Der Bezug zu Barries

Die Hintergünde für das erfinden dieser Geschichte stammen von Barries selbst. So war er es, der einen kleinen Jungen namens George Llewelyn Davies kennelernte, welcher gerade mal fünf Jahre alt war. Er freundete sich mit ihm an und später auch mit seinen jüngeren Geschwistern die folgten, Michael, John, Nicholas und Peter (Na, kommen euch auch ein paar der Namen bekannt vor?). Barrie, welcher selber sein ganzes Leben lang Kinderlos war, freundete sich auch mit den Eltern Gerorges an und wurde ein guter Freund der Familie. Beim Spielen erzählte er den Kindern immerzu von Peter Pan, welcher in Kingston Garden wohnt, gemeinsam mit Elfen und anderen Fantasy-Wesen. Hieraus entstanden die Geschichten des Peter Pans, der gegen Piraten kämpft und mit den Feen zusammen lebt.

Ein Bild von Barries mit dem jungen Peter, verkleidet als Peter Pan.

Barries Werk wurde daraufhin im Theater aufgeführt, hier allerdings unter dem Namen „Peter Pan, or The Boy Who Wouldn’t Grow Up“ („Peter Pan, oder der Junge, der nicht erwachsen werden wollte“). Hier wurde Peter Pan auch als heranwachsener Junge dargestellt. Als die Eltern der Llewelyn Davies beide an Krebs verstarben, übernahm Barrie anstelle des Kindermädchens die Vormundschaft der Kinder.

Vielen mag sich nun die Frage stellen, ob Barrie eventuell sexuelle Absichten den Jungen gegenüber hatte, immerhin freundet man sich nicht einfach so mit einem fünfjährigen Jungen an. Ob an den Vorwürfen etwas dran ist, ist bis heute umstritten. Nicholas, einer der Llewelyn Davies Jungen, stritt den Vorwurf wehemend ab und unterstellt ihm sogar Asexualität.

Peter Llewelyn Davies verabscheute jedoch irgendwann das Werk Barries, er litt zunehmend daran, der Namensträger der Hauptfigur zu sein und nannte das Werk ein „terrible masterpiece“ („furchtbares Meisterwerk“). Und für ihn endete das Leben ebenso furchtbar. Im Alter von 63 Jahren nahm er sich das Leben.

Und auch für die meisten Anderen der Llewelyn Davies Kinder endete das Leben nicht so, wie man es von einem Happy End kennt. Geroge, den Barrie damals als ersten kennen gelernt hatte, verstarb mit 21 Jahrem im ersten Weltkrieg. Sein Bruder Michael wurde ebenfalls im Alter von 21 Jahren ertrunken aufgefunden. John Llewelyn Davies starb mit 65 Jahren an einer Lungenkrankheit. Nur Nicholas Llewelyn Davies war der Einzige, der eines natürlichen Todes starb.

So verlief und endet auch ihr Leben so tragisch, wie es sich für einen Lost Boy gehört. Mit Schmerz, Hass, dem Gefühl von Verlassenheit und Trauer.

Adventure. Adventure. Adventure. ( 3x) :D on We Heart It

Wie Peter Pan gerne zu sagen pflegt: “To die would be an awfully big adventure.”

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