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What We Become (2016) – Zombieapokalypse | Filmkritik

Ihr mögt gerne Zombie-Filme, doch seid kein Fan von unglaublich düsteren Szenen und gemeinen Schock-Momenten ? Wenn dem so ist, solltet Ihr euch auf jeden Fall Bo Mikkelsens Werk “What We Become” anschauen.

Wir befinden uns in der kleinen dänischen Vorstadtsiedlung “Sorgenfri”. Die Menschen führen – wie der Name des Ortes schon andeutet – ein nahezu sorgenfreies Leben: Man spaziert durch idyllische Straßen, trifft sich mit befreundeten Familien und geht seinen gewohnten Pflichten nach. Es scheint, als ob die einzigen vorhandenen Probleme diejenigen sind, die jeder mal hat:  kleine Auseinandersetzungen oder familiäre Diskussionen um Kleinigkeiten. Doch das soll sich ändern.

Wer beim Schauen des Films gut aufpasst, merkt, dass von Anfang an etwas nicht stimmt: Es verschwinden Leute, tote Tiere werden gefunden und ab und zu fährt komischerweise ein Krankenwagen durch den Ort. Doch das alles versetzt niemanden in Panik,  diese Vorkommnisse stoßen bei den Bewohnern lediglich auf Verwunderung. Jedoch vermehren sich die Vorfälle und es wird bald bekannt, dass ein unbekannter Virus den schönen Vorort befallen hat. Es gibt bereits Meldungen von Toten; den Anwohnern wird zu äußerster Vorsicht und wenig Körperkontakt geraten. Dann gerät plötzlich alles aus den Fugen: Häuser werden komplett isoliert, die Menschen mit Nahrungslieferungen versorgt, Infizierte von einer Art Sonderkommando abgeführt und weggebracht. Und dann beginnt der Spaß.

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Der Film wird aus der Sicht einer vierköpfigen Familie gezeigt, die versucht, im verseuchten Sorgenfri ihr Überleben zu sichern. Das Problem dabei ist, dass nicht alle Familienmitglieder die gleichen Ansichten haben: So will der fast erwachsene Sohn nachts heimlich die neue hübsche Nachbarin besuchen (das erinnert ein wenig an die West Side Story) und herausfinden, was mit den Menschen passiert, die abgeführt wurden, während Mutter und Vater lieber den Sicherheitsleuten vertrauen und in ihrer isolierten Wohnung bleiben, um sich um die Familie zu kümmern. Doch als der Sohn seine Nachbarin und ihre kranke Mutter nach Hause bringt und die Nahrungsversorgung den Bedürfnissen der Familie nicht mehr nachkommt, wird die Lage ziemlich beklemmend.

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“What We Become” ist für mich ein Film, der im Gegensatz zu anderen Zombie-Filmen recht realistisch wirkt. Klar, Zombies sind nicht real, aber die Reaktion der Regierung und der Bewohner könnte bei einer wirklichen Zombie-Apokalypse tatsächlich so aussehen. Die Regierung versucht mit übervorsichtigen Maßnahmen den Virus in Schach zu halten, während die Anwohner panisch ihr Überleben sichern wollen. Was mir an dem Film sehr gefallen hat, ist, dass der Fokus nicht auf bewaffnete Menschen, die durchgehend Zombies durchlöchern, sondern mehr auf das inter-familiäre Zusammenhalten und auf die Frage “Wie überleben wir gemeinsam?” gerichtet ist. So kommen auch viele moralische Fragen auf, wie zum Beispiel: Darf ich einen Menschen umbringen, der an einer unheilbaren Krankheit leidet, die ihn bald zu einem menschentötenden Wesen macht?

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Doch leider habe ich auch ein paar negative Aspekte. So ist die Geschichte des Films wirklich alles andere als innovativ, denn wie viele Filme haben wir schon gesehen, in denen ein unbekannter Virus Menschen zu Zombies verwandelt? Außerdem finde ich die Spiellänge, die inklusive Abspann übrigens nur knapp 80 Minuten beträgt, ein wenig zu kurz und auch das Ende scheint, als fiele den Machern nichts mehr ein: der Film vermittelt ein Gefühl der Unvollständigkeit. Der letzte negative Kritikpunkt ist die Filmmusik, die ich persönlich ziemlich unpassend finde und die mir als zu einfach erscheint. Man setze einen jugendlichen Schüler, der Musik in der Schule als Nebenfach hat, an ein Keyboard und lasse ihn Filmmusik komponieren – so in etwa hört sich das dann an.

Aber das sind nicht allzu schwerwiegende Dinge und so kann ich mit voller Überzeugung sagen, dass es mir wirklich Freude bereitet hat, diesen Streifen zu schauen. Der Film hat übrigens kaum Schreckmomente und die Gewalt hält sich (für einen Zombie-Film wohlgemerkt) in Grenzen. Kleiner Fun-Fact: In “What We Become” können die Zombies sogar rennen!

Fazit: Auch wenn der Film nicht allzu viele neue Seiten in diesem Genre aufweist, ist er wirklich sehenswert. “What We Become” ist ein spannender Zombiefilm,der gut gemacht ist, jedoch keine Erwartungen übertrifft.

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Über Johannes Bucks

Johannes Bucks
Hey! Mein Name ist Johannes Bucks, ich bin 17 Jahre alt und komme aus der schönen Pfalz. Ich schaue sehr gerne Horrorfilme und habe passend dazu auch eine Instagram-Seite über gruselige Fakten, durch die ich angefangen habe, mich mit paranormalen Aktivitäten zu beschäftigen und großes Interesse in diesem Themenbereich entwickelt habe. Nun bin ich hier als Redakteur aktiv und hoffe, dass Dir all unsere Beiträge gefallen! :)

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