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Vom Waldgeist zum Todesgott: Die düstere “Mein Nachbar Totoro” Filmtheorie

Laut Fans soll der süße Waldgeist Totoro aus dem Anime “Mein Nachbar Totoro” in Wirklichkeit eine ganz andere Funktion haben. Nämlich die eines Todesgottes. Doch was hat es mit dieser Theorie auf sich?

“Mein Nachbar Totoro” (Original: となりのトトロ, Tonari no Totoro ) ist nicht nur bei Anime-Fans beliebt, sondern auch bei vielen Kindern. Doch es kursiert eine Theorie im Netz herum, die gar nicht so süß und Kinderfreundlich ist. In der ist der Waldgeist Totoro nämlich kein freundlicher Waldgeist, sondern ein Todesgott und die beiden Schwestern, Saki und Mei, sind eigentlich tot.

In dem Anime zieht die Familie Kusakabe aufs Land, um in der Nähe des Krankenhaus zu sein, in dem die Mutter untergebracht ist. Die beiden Kinder Satsuki (Saki) und Mei sind begeistert von dem altem Haus in dem sie nun wohnen sollen und erkunden dies und die Umgebung. Das Haus grenzt an einen kleinem Wald, dessen Beschützer die beiden Schwestern schon bald kennen lernen, den Waldgeist Totoro, eine Mischung aus einem Waschbären, einer Katze und einer Eule.

Eines der bekanntesten "Mein Nachbar Totoro" Bilder: Die Schwestern Saki und Mei neben dem Waldgeist Totoro
Eines der bekanntesten “Mein Nachbar Totoro” Bilder: Die Schwestern Saki und Mei neben dem Waldgeist Totoro

Als die kleine Mei nach einem Streit mit ihrer Schwester weg läuf um die kranke Mutter zu besuchen, bittet Saki den Waldgeist um Hilfe. Mit seiner Hilfe und der Hilfe eines Buskatze findet sie ihre kleine Schwester und zusammen machen sie sich auf den Weg zu ihrer Mutter ins Krankenhaus.

Doch laut den Fans sollen die beiden Schwestern niemals wirklich bei ihren Eltern ankommen, zumindest nicht lebend. Der Grund für diese Annahme sind diverse Parallelen zu einem Mordfall in Japan aus dem Jahre 1963.

In diesem Jahr wurde ein junges Mädchen in der japanischen Stadt Sayama für Lösegeldzwecke  entführt, vergewaltigt und getötet. Ihre Schwester fand angeblich ihren toten Körper und begann später Selbstmord.

Viele vermuten, dass sich Studio Ghibli von diesem Fall hat inspirieren lassen und die beiden Mädchen aus dem Anime eigentlich tot sein sollen.

Totoro soll dabei eine tragende Rolle spielen. Er soll als Todesgott (Jap. Shinigami) fungieren, ein Wesen, welches nur Menschen sehen können, die bald sterben sollen oder bereits verstorben sind. Doch wie kommt man nur auf so eine, teilweise grausame, Theorie?

Fangen wir mal bei den beiden Protagonisten an, Satsuki und Mei. Und zwar bei ihrem Namen. Satsuki ist der japanische Name für den Monat Mai, der Name der kleinen Schwester ähnelt sehr der englischen Sprechweise für genau denselben Monat. Und genau in diesem Monat fand das grausame Verbrechen in Sayama statt.

Und wo wir schon einmal bei diesem Ort sind, genau dieser wird im Anime selber erwähnt.

Als Mei nämlich zusammen mit der Großmutter im neuem Haus das Teeservice auspackt, kann man auf eine der Kisten in japanischen Schriftzeichen “Sayama Tee” lesen. Das deutet also eventuell darauf hin, dass die Familie aus der japanischen Stadt Sayama stammt.

Hinter der Großmutter kann man eine Kiste sehen, wo in japanischen Schriftzeichen “Sayama Tee” steht.

Als die beiden Mädchen das Haus erkunden stoßen sie auf kleine, niedlich wirkende, schwarze Bällchen. Im Anime wird uns erklärt, dass dies Rußmännchen seien, die alte, verlassene Häuser bewohnen und verschwinden, sobald Leute einziehen. Doch in Japan gibt es auch die Legende, dass wenn man solche schwarzen Geister sieht, dies ein Zeichen dafür sein soll, dass man bald stirbt. Ich möchte kurz anmerken, dass nur die beiden Schwestern die “Rußmännchen” erkennen können.

“Mein Nachbar Totoro” ist nicht der einzige Studio Ghibli Film, der die Rußmännchen beinhaltet. Doch sind es wirklich die harmlosen Rußmännchen?

Gegen Ende des Filmes verschwindet die kleine Mei nach einem Streit mit Saki und will zu ihrer Mutter ins Krankenhaus. Als ihr verschwinden bemerkt wird sucht die gesamte Nachbarschaft den Ort nach dem vermissten Mädchen ab, während Saki den Weg entlang läuft, den Mei hätte nehmen sollen, wenn sie zu ihrer Mutter wollte. Als sie sie nicht findet rennt sie zurück, wo sich die gesamte Nachbarschaft an einem Sumpf versammelt hat und dort alles absucht. Die Großmutter hat eine Sandale gefunden und vermutet, es sei die der kleinen Mei. Als Saki sie sieht atmet sie auf und sagt die Sandale sei nicht die ihrer Schwester.

Der Schuh, von dem Saki behauptet er gehöre nicht ihrer kleinen Schwester.

Der Theorie zufolge soll Saki hier nicht ganz die Wahrheit sagen. Tatsächlich kann man vorher im Film sehen, dass Mei zum Zeitpunkt ihres Verschwindens rosane Sandalen trug, ähnlich wie die, die gefunden wurde. Saki soll also eine “Selsbstschutzlüge” verwendet haben, weil sie nicht wahrhaben wollte, dass ihre Schwester tot sei. Deswegen soll sie angeblich behaupten, die Sandale gehöre nicht ihrer Schwester, um den letzen Funken Hoffnung für sich zu gewinnen. An dieser Stelle soll Mei laut der Theorie also schon tot sein, ertunken im Sumpf.

Saki soll auf der Suche nach Mei unbewusst freiwillig in das Reich der Toten gehen. Laut der Theorie sei Saki bereit für ihre Schwester zu sterben. Als sie nicht weiter weiß ruft sie nach Totoro. Erst nach ihrem verzweifelten Hilferuf kann sie den geheimen Weg entlang und findet Totoro.  Dieser ruft einen Katzenbus, eine Katze in Form eines Buses mit leuchtenden Scheinwerferaugen. Dies soll der Transport von Saki ins Reich der Toten sein, zu ihrer Schwester. Noch ein Indiz ist, dass im Jahre 1963, nachdem das Mädchen ihre entführte, tote Schwester gesehen hat, total verstört war. Kurz bevor sie sich umbrachte sagte sie etwas davon, einen riesigen “Nekobus” (Katzenbus) in der Nähe des Fundortes ihrer Schwester gesehen zu haben. Und genau so ein “Nekobus” transportiert nun auch Saki zu ihrer kleinen Schwester.

Die Buskatze soll den Transport der Seele ins Reich der Toten darstellen. Zumindest laut der Theorie.

Und da kommen wir schon zum nächsten, der Ort an dem Mei ist und an dem der Katzenbus Saki bringt. Mei ist verzweifelt und hat sich verlaufen. Sie sitzt weinend vor sechs Steinstaturn, die laut Fans Ojizou-Statuen sein sollen. In Japan soll Ojizou-Sama der Beschützer der toten Kinderseelen und abgetriebener Föten sein. Als Saki dort ebenfalls hin kommt um ihre Schwester abzuholen, kann Mei den Ort zusammen mit ihrer Schwester verlassen.

Mei sitzt verzweifelt vor den Statuen. Diese sollen angeblich Ojizou-Satuen sein.

Die beiden lassen sich von dem Katzenbus zu dem Krankenhaus ihrer Mutter bringen, wo sie von einem Baum aus ihre Eltern im Krankenzimmer ihrer Mutter beobachten. Die Frage ist: Warum gehen sie nicht hinein? Als die Mutter aus dem Fenster schaut sieht sie ihre Kinder nicht direkt, sie lächelt nur und sagt: “Ich dachte ich hätte Saki und Mei im Baum lachen sehen.” Wieso sind die Schwestern verschwunden? Die Mutter hätte sie doch gesehen? Viele vermuten, die Mutter ist dem Tode nahe und konnte deswegen schemenhaft ihre Kinder erkennen. Der Vater hat sie zumindest nicht gesehen.

Die beiden Schwestern, am Ende des Filmes, zusammen mit der Buskatze vor dem Krankenhaus der Mutter. Wieso gehen sie nicht zu ihren Eltern?

Als die Credits durchlaufen läuft ein Songvers, der beinhaltet im japanischem Original übersetzt “He comes to you, only when you are a child” (Im englischen Song:  “You will only see him when you very younger”), hier muss ich kurz anmerken, dass die beiden Schwestern nicht die Einzigen Kinder im Anime sind. Kanta, ein Nachbarsjunge, taucht auch des Öfteren auf, er aber hat Totoro nie gesehen, obwohl er wohl etwa in Sakis Alter ist. Das lässt viele zu dem Schluss kommen, dass Totoro ein Todesgott sei. Er tauchte erst auf, als die beiden Schwestern kurz vor dem Tot sind und nur die Beiden konnten ihn sehen.

Zu guter letzt kann man noch beobachten, dass in der letzten Hälfte des Filmes kaum bis gar keine Schatten der Schwestern zu erkennen sind. Das Studio behauptet, dass wegen Geldmangel die Schatten nicht mit eingesetzt wurden. Für Viele ist dies allerdings ein eindeutiges Zeichen. Tote haben keinen Schatten.

Das alles soll also zusammenfassend bedeuten, dass die beiden Schwestern in Wirklichkeit tot sind und Totoro der Todesbote war, den sie sahen, kurz bevor sie starben. Die Ähnlichkeiten zu dem Fall in Sayama, mit der Teekiste, dem Katzenbus und der Tatsache, dass Mei als jüngere Schwester zuerst starb und Saki als ältere Schwester freiwillig den Tot wählte, ist für viele ein Eindeutiges Zeichen.

Studio Ghibli selber lehnte die Theorie und somit den Bezug zu dem Sayama-Fall im Jahr 1963 ab. Klar, Totoro soll nichts an seinem niedlichem Charm verlieren und erst recht nicht mit einem Mordfall in Verbindung gebracht werden, immerhin ist das ein beliebter Film für Kinder.

Doch die ganzen Hinweise lässt viele Fans stutzig werden. Ich selber muss sagen, das ganze ist mir ziemlich suspekt. Ich habe den Film vor kurzem nochmal geschaut und mit dem ganzen Hintergrundwissen verliert der Film für mich wirklich ein wenig an seiner Niedlichkeit. Doch ich bin ehrlich: Ich bleibe lieber bei meiner lieblichen Kindheitsvision von früher! Doch wie es wirklich ist und was wirklich hinter dieser Theorie steckt, was man für Wahr und was für wilde Hirnspinnerei der Fans hält, ist jedem selber überlassen.

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Über MissNocturna

Oi oi! Ich bin Jessie, bin 16 Jahre als und leidenschaftliche Schreiberin und Horror-Liebhaberin. Seit neuestem bin ich Redakteurin auf dieser Seite.
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